Spinat ist ein reichhaltiger Eisenspender? Fehlanzeige! Der Mythos vom eisenreichen Lieferanten ist lediglich auf einen Rechenfehler zurückzuführen. Glauben wir der Legende, hat ein kluger Kopf einfach das Komma an die falsche Stelle gesetzt.

Noch immer wird der Ernährungsirrtum munter von Generation zu Generation weitergegeben. Wir machen heute damit Schluss und decken die häufigsten Ernährungsirrtümer auf.

Die Wissenschaft klärt auf

Wenn du dich gesund ernähren möchtest, ist es wichtig, dass du dich mit deinem eigenen Ernährungsverhalten auseinandersetzt. Zudem gilt es Aussagen zu hinterfragen. Nicht alles, was früher gängig und empfehlenswert war, ist es heute auch noch. Die Wissenschaft hat mittlerweile viele Ernährungsmythen entschlüsselt.

Dadurch können wir uns von den Verteufelungen aus der Vergangenheit ein Stück weit lösen und erhalten mehr Freiheit in Sachen Ernährung. Bereit? Dann lass uns zusammen entdecken, welchen Ernährungsirrtum wir fortan hinter uns lassen können.

1. Brauner Zucker ist gesünder

Noch immer höre ich die Stimme meiner Großmutter im Ohr: „Nimm den braunen Zucker für den Tee, der ist viel gesünder“. Leider handelt es sich dabei um einen Ernährungsirrtum. Die braune Farbe ist kein Anzeichen dafür, dass sich viele Mineralstoffe im Zucker verstecken. Die Färbung ist auf ein bestimmtes Herstellungsverfahren zurückzuführen. Melasse ist für die typische Farbe verantwortlich. Die Röststoffe verleihen den Zuckervertretern den karamellartigen Geschmack.

Brauner Zucker ist also nicht gesünder als weißer Zucker. Er zaubert im Übrigen genauso Kilos auf die Hüfte wie sein Konkurrent. Auch das Risiko für Karies ist bei beiden Zuckerarten gleich zu bewerten. Demnach schmeckt brauner Zucker lediglich anders und verleiht Speisen eine schöne Farbe.

 Gut zu wissen!
Brauner Zucker vereint eine winzige Menge an Aminosäuren, Spurenelementen und Vitaminen. Die können wie ein Brandbeschleuniger für Keime sein. Aus diesem Grund wird brauner Zucker schneller schlecht.

2. Kartoffeln machen dick

Die Inkas haben den Bodenschatz schon vor 2000 Jahren angebaut. Spanischen Seefahrern ist es zu verdanken, dass wir auch in Europa das leckere Gewächs genießen dürfen. Allerdings haftet der Kartoffel ein hartnäckiger Ruf an: Sie soll dick machen.

Beim genauen Hinsehen ist das aber nicht mehr als ein Ernährungsirrtum. Schließlich hat eine mittelgroße Kartoffel lediglich 40 kcal. 45 Kartoffeln wären nötig, um den Energiebedarf eines erwachsenen Menschen zu decken. Das schaffen nicht mal ausgelobte Kartoffelliebhaber.

Allerdings stimmt es, dass Kartoffeln viele Kohlenhydrate vereinen. Das wirkt sich auf den Blutzuckerspiegel aus. Kombinierst du Kartoffel mit fettreichen Zutaten, animierst du deinen Körper, das Fett sofort zu speichern. Deshalb ist ein Kartoffelauflauf leider eine große Kalorienfalle.

Gut zu wissen!
Kartoffelchips und Pommes frites machen deshalb so dick, weil hier Kohlenhydrate mit Fett unter einer Decke stecken.

Kaffee ist schädlich

Quelle: Pexels

3. Kaffee ist schädlich

Bis heute bringen Experten ständig Argumente für und gegen den Kaffeekonsum an. Für Kaffeeliebhaber ein echter Spießrutenlauf. Es gibt jedoch Grund zum Aufatmen. Kaffee regt die Durchblutung wichtiger Organe an. Dazu zählen das Gehirn, die Nieren und die Haut. Eine gute Durchblutung ist wichtig für deinen Organismus, denn wenn alles in Wallung ist, gelingt auch die Versorgung optimal.

Der bittere Geschmack von Kaffee ist auf die enthaltenen Bitterstoffe zurückzuführen. Bitterstoffen wird nachgesagt, dass sie die Verdauung fördern und das Immunsystem anregen können. Allerdings gibt es auch einen Haken.

Wenn du zu viel Kaffee konsumierst, steigt auch die Gefahr, dass du immer mehr trinken musst, um den positiven Effekt zu erreichen. Dieses Phänomen kann dadurch erklärt werden, dass die Rezeptoren, die auf Koffein ansprechen, mit der Zeit „abstumpfen“ und weniger auf die Substanz reagieren.

Besonders interessant ist, dass nicht jeder die gleiche Empfänglichkeit für die Kaffeesucht besitzt. Manche können von heute auf morgen mit dem Kaffeetrinken aufhören, während andere merklich schlecht gelaunt werden, wenn ihnen nicht täglich mehrere Tassen zur Verfügung stehen. Eine Studie hat herausgefunden, dass ein Konsum von unter 6 Tassen täglich in Ordnung ist, wenn es um das Herz-Kreislauf-System geht. Belasse es am besten bei bis zu 4 Tassen Kaffee am Tag, damit gehst du sicher.

 Gut zu wissen!
Was viele nicht wissen ist, dass die Endocannabinoide, die mit der Regulation des Immunsystems in Zusammenhang gebracht werden, auf die gleichen Belohnungsbahnen wie Kaffee zurückgreifen.

4. Spinat und Pilze nicht aufwärmen

Die Empfehlung Spinat und Pilze nicht aufzuwärmen, ist heute überholt. Früher machte diese Warnung aber durchaus Sinn. Bevor es die Möglichkeit gab, mittels Tiefkühltruhe oder Kühlschrank Lebensmittel haltbarer zu machen, ging von Spinat und Pilzen eine beachtliche Gefahr aus.

Vor allem Pilze können mit Keimen geradezu übersät sein, wenn sie nicht ordentlich kaltgestellt werden. Das liegt daran, dass sie sehr viel Eiweiß enthalten. Keime ernähren sich davon mit Vorliebe.

Spinat wird hingegen nitratreich, wenn nicht richtig gelagert wird. Nitrat kann in deinem Körper zu Nitrit umgewandelt werden. Die Substanz kann eine Blausucht fördern, die wiederum tödlich verlaufen kann.

Gut zu wissen!
Im Kühlschrank aufbewahrt, kannst du Spinat und Pilze am nächsten Tag noch locker genießen.

5. Margarine ist besser als Butter

Auch bei diesem Ernährungsirrtum gibt es viel Konfliktpotenzial. Die Fraktion Butter duelliert sich häufig mit der Fraktion Margarine. Hier sollte allerdings nicht pauschalisiert werden. Schließlich haben beide Fettlieferanten ihre Vor- und Nachteile. Eins steht jedoch fest: Margarine ist nicht automatisch gesünder als Butter.

Sie enthält jedoch tatsächlich aufgrund der pflanzlichen Fette weniger Cholesterin. Margarine vereint zudem weniger Kalorien. Beides ist gut, wenn du anfällig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bist. Butter ist jedoch ein reines Naturprodukt, Margarine nicht. Um beurteilen zu können, wie gesund eine Margarine ist, sollte ein Blick auf das verwendete Öl und den Transfettsäuren-Anteil geworfen werden.

Transfettsäuren treten dann auf den Plan, wenn flüssiges Öl gehärtet und in eine streichfreundliche Konsistenz verwandelt wird. Was sich zunächst gut anhört, kann sich negativ auf den Blutcholesterinspiegel auswirken. So wird auch automatisch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

Gut zu wissen!
Durch moderne Herstellungsverfahren ist es gelungen, den Gehalt an Transfettsäuren zu reduzieren. Wenn du die Aufnahme noch weiter minimieren möchtest, achte darauf, ein Produkt zu erwischen, dass keine gehärteten oder teilweise gehärteten Fette enthält.

6. Fett sollte um jeden Preis vermieden werden

Zugegeben, Fett hat einen wirklich schlechten Ruf. Zu Unrecht, wie viele Experten regelmäßig betonen. Unter den Makronährstoffen ist es der energiereichste Vertreter. Fett ist dein Treibstoff. Ohne den Nahrungsbestandteil wärst du nicht in der Lage, deine mentalen und körperlichen Leistungen abzurufen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät dazu, 30 % der täglichen Kalorienzufuhr mithilfe von Fett zu decken.

Fett ist aber nicht gleich Fett. Während Kartoffelchips und Pommes frites, wie bereits erwähnt, nicht die beste Empfehlung sind, überzeugen fettreiche Fischarten und Chiasamen durchaus. Sie haben etwas gemeinsam: Omega-3-Fettsäuren. Diese sind wichtig für die Entwicklung, das Gehirn, das Herz und das Sehvermögen.

 Gut zu wissen!
Gesättigte Fettsäuren stecken in Fleisch- und Wurstwaren. Sie sollten maßvoll genossen werden. Einfach ungesättigte Fettsäuren, enthalten in Olivenöl, und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6) braucht dein Körper im richtigen Verhältnis. Leinöl und Walnussöl sind empfehlenswert.

Bloß kein Wasser nach dem Kirschenessen trinken

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7. Bloß kein Wasser nach dem Kirschenessen trinken

Kennst auch du noch die Empfehlung, nach dem Kirschenessen kein Wasser zu trinken? Auch im Anschluss an Aprikosen, Pflaumen und Co. sollte, wenn wir dem Mythos Glauben schenken, kein Wasser getrunken werden. Doch hier gibt es Entwarnung. Steinobst kann ohne Bedenken mit Wasser kombiniert werden.

Hierbei ist es jedoch wichtig, dass du das Obst ordentlich wäschst, bevor du es genießt. So machst du Bakterien, die sich auf dem Obst befinden, den Garaus. Die kleinen Störenfriede können nämlich dazu führen, dass du Bauchschmerzen nach dem Verzehr bekommst.

Gut zu wissen!
Bei diesem Ausspruch handelt es sich eher um eine überholte Empfehlung als um einen Irrtum. Würdest du verkeimtes Obst essen und dann im Anschluss viel Wasser trinken, hätte das zur Folge, dass deine Magensäure stark verdünnt wird. Somit überleben die Bakterien und machen fiese Bauchschmerzen.

8. Wer spät am Abend isst, wird dick

Der Ernährungsirrtum hält sich wacker. Noch immer verzichten viele Menschen hierzulande auf ein spätes Abendessen in dem Glauben, dass es dick macht. Ich kann dich beruhigen. Es gibt zwar vereinzelte Studien, die den Verdacht erhärten, die wenigen Untersuchungen sind jedoch widersprüchlich.

Daher gibt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung an, dass es viel entscheidender ist, wie die Kalorienbilanz am Ende des Tages aussieht.

Gut zu wissen!
Vor dem Fernseher zu essen, ist keine gute Idee. Dabei findet viel Ablenkung statt. Dein natürliches Hungergefühl tritt dadurch in den Hintergrund. Versuche am besten, bewusst und achtsam zu essen, so verlierst du den Überblick über die Kalorien nicht.

Vitamine, der Fels in der Brandung

Die Ernährungsirrtümer zeigen ganz bildhaft, dass in der Ernährungswelt ständig etwas im Umbruch ist. Was gestern noch als gesund galt, ist heute schon wieder risikoreich. Wir wissen, dass es schwierig sein kann, durch den Dschungel der Weisheiten zu navigieren.

Was dann hilft, ist, sich auf das zu verlassen, was als unumstößlich gilt. Hierzu gehören Vitamine. Sie sind dein Fels in der Brandung und unantastbar. Schließlich würde niemand behaupten, dass sie nicht gesund sind.

Verlass dich in deinem Alltag auf Nährstoffbomben. Frisches Obst und Gemüse helfen dir dabei, gute Lieferanten zu deinem Vorteil zu nutzen. Aber auch hierbei gilt es vieles zu beachten. Manche Vitamine reagieren empfindlich auf Hitze oder lösen sich im Wasser.

Dazu gehören die wertvollen B-Vitamine, die deinem Körper in zahlreichen Belangen zur Seite stehen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, wenn es um das Nervensystem, die Blutbildung und die Zellteilung geht.

Mit unserem VITAMIN-B-KOMPLEX kannst du deinem Organismus wichtige B- Vitamine zuführen. Mit den hochdosierten Kapseln hast du genau im Blick, welche und wie viele B-Vitamine den Weg in deinen Körper finden.

Quellen:

  1. Zhou A, Hyppönen E. Long-term coffee consumption, caffeine metabolism genetics, and risk of cardiovascular disease: a prospective analysis of up to 347,077 individuals and 8368 cases. Am J Clin Nutr. 2019 Mar 1;109(3):509-516. doi: 10.1093/ajcn/nqy297. PMID: 30838377. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30838377/
  2. L. Bhatt et al. (2018): Cardiovascular Risk Reduction with Icosapent Ethyl for Hypertriglyceridemia. In: The New England Journal of Medicine. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1812792
  3. The ORIGIN Trial Investigators (2012): n–3 Fatty Acids and Cardiovascular Outcomes in Patients with Dysglycemia. In: The New England Journal of Medicine, Vol. 367, S. 309-318. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1203859
  4. E. Manson et al. (2018): Marine n−3 Fatty Acids and Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer. In: The New England Journal of Medicine. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1811403
  5. https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/macht-spaetes-essen-dick/

 

Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

„Mir ist besonders wichtig, dass meine Leser etwas für ihren Alltag mitnehmen können“.

Ich bin Dipl. Gesundheitsökonomin und hauptberufliche Medizinjournalistin. In den letzten Jahren habe ich mich zunehmend auf den Bereich Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert und versuche mit meiner Art und lebensnahen Artikeln Leser zu begeistern.

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