Die Natur hat uns Frauen mit einer kurzen Harnröhre ausgestattet. Bakterien müssen somit nur einen übersichtlichen Weg bis zur Blase zurücklegen. Hinzu kommt, dass Harnröhre und After in direkter Nachbarschaft liegen – gute Karten für eine Bakterienverschleppung.

Die anatomischen Gegebenheiten sind also der Grund dafür, warum es häufiger zu dem fiesen Sticheln und den eng getakteten Toilettengängen bei Frauen kommt.

Doch wie kann einer Blasenentzündung vorgebeugt werden und was hilft, wenn die Bakterien die Blase schon erobert haben?

So bemerkst du eine Blasenentzündung

Den meisten Leserinnen muss ich wohl gar nicht erklären, woran sie eine Blasenentzündung bemerken. Statistisch gesehen haben zehn von hundert Frauen einmal im Jahr mit den klassischen Beschwerden zu kämpfen.

Etwa 50 % der Blasengeplagten bekommt innerhalb von zwölf Monaten noch eine Blasenentzündung. Die Symptome sind also vielen Frauen bekannt.

Für den glücklichen Fall, dass du bisher davon verschont geblieben bist, möchte ich dir die typischen Beschwerden einmal kurz skizzieren.

  1. Du musst häufiger auf die Toilette. Dabei kann es ganz schnell dringlich werden. So kann es passieren, dass du vom Harndrang praktisch überrumpelt wirst. Überraschenderweise gelingt es dann aber in vielen Fällen nur geringe Mengen Urin auszuscheiden. Bei einer Blasenentzündung kann auch etwas daneben gehen, denn bei der Diagnose kann es schwerfallen, den Harn zu halten.
  2. Du hast Schmerzen. Eine Blasenentzündung kann durch Schmerzen auf sich aufmerksam machen. Stechende Schmerzen und ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen sind typisch. Vor allem wenn die Blase gut geleert ist, fallen die Schmerzen ins Gewicht. Aber nicht nur beim Toilettengang, sondern ganz grundsätzlich kann eine Blasenentzündung wehtun. Die Schmerzen können sich im gesamten Unterleib bis in den Rücken ausbreiten.
  3. Dein Urin ist verändert. Wenn der Harn verfärbt, trüb ist oder streng riecht, kann das auf eine Blasenentzündung hinweisen. Blut im Urin ist ebenfalls ein Anzeichen für eine Entzündung in der Blase.

Gut zu wissen!
Eine Blasenentzündung kann ganz unterschiedlich ausfallen. Vielleicht bemerkst du kaum Symptome, obwohl sich zahlreiche Bakterien in deinem Urin befinden. Womöglich fühlst du dich aber auch richtig krank und abgeschlagen. Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, solltest du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Blasenentzündung: Risikofaktoren

Leidest du häufiger unter einer Blasenentzündung, ist Ursachenforschung angesagt. Tatsächlich gibt es einige Risikofaktoren, die es wahrscheinlicher werden lassen, dass du eine Blasenentzündung entwickelst.

Leider zählt auch der Geschlechtsverkehr dazu. Schließlich gelingt es beim Sex Bakterien besonders leicht, in die Harnröhre zu gelangen. Vielleicht hast du in diesem Zusammenhang auch schon einmal von der Honeymoon-Zystitis gehört. Sie trifft vor allem sexuell aktive Frauen, unterscheidet sich aber nicht von der normalen Blasenentzündung.

Chemische Verhütungsmittel (Spermizide) haben das Ziel, Samenzellen abzutöten und so eine Schwangerschaft zu verhindern. Die Cremes und Gele zur Verhütung können das Risiko für eine Blasenentzündung ebenfalls erhöhen. Auch Schwangere trifft das Leid mit der Blase häufiger.

Weitere Risikofaktoren:

  • Blasenkatheter
  • Erkrankungen oder Fehlbildungen im urologischen Bereich
  • Diabetes mellitus
  • Multiple Sklerose (Autoimmunerkrankung)

Vor allem Frauen, die in der Vergangenheit bereits eine Blasenentzündung hatten, haben nicht selten erneut mit den typischen Beschwerden zu kämpfen. Das kann einen hohen Leidensdruck verursachen.

Frauen in den Wechseljahren sind besonders betroffen

Die Wechseljahre verändern alles. Dadurch, dass die Hormone völlig neu gemixt werden, entsteht ein Cocktail, der zunächst nicht jedem Körper schmeckt. Grundsätzlich ist es so, dass die Menopause dazu führt, dass der Hormonspiegel absinkt.

Die Produktion von Nachkommen steht nun nicht mehr im Mittelpunkt und so veranlasst der Organismus, dass Östrogen und Progesteron nicht mehr wie gewohnt produziert werden. Schleimhäute, auch im Urogenitaltrakt, spüren diesen Effekt, denn ein Östrogenmangel vermindert die Durchblutung von Schleimhäuten. Infolgedessen werden sie sensibler.

Darüber hinaus ist das Bindegewebe nicht mehr so fest und elastisch, wodurch sich winzige „Taschen“ hervorheben können, in denen sich Bakterien wie E. coli (die häufigsten Übeltäter im Harntrakt) fleißig vermehren können.

Auch das vaginale Mikrobiom ist nicht mehr so vielfältig. Das kann darauf zurückgeführt werden, dass Östrogen mit erwünschten Lactobazillen im Scheidenmilieu kooperiert. Im Alter fehlt es jedoch an Östrogen und somit auch an der Vermehrungsfreundigkeit der Laktobazillen.

Aber warum sind die kleinen Mikroorganismen so wichtig?

Ganz einfach: Sie senken durch die Produktion von Milchsäure den pH-Wert ab und erschweren damit die Lebensbedingungen für Bakterien.

Blasenentzündung Diagnose und Behandlung

Quelle: Pexels

Blasenentzündung: Diagnose und Behandlung

Machen wir es kurz: Antibiotika sind bei einer Blasenentzündung nicht immer notwendig. Zumindest dann nicht, wenn eine unkomplizierte Form vorliegt. Sind lediglich Harnröhre sowie Harnblase von den Symptomen betroffen und gibt es keine Risikofaktoren für einen schweren Verlauf, sprechen Mediziner von einer unkomplizierten Blasenentzündung.

Wenn wir uns 100 Frauen mit Blasenentzündung ansehen, können 30-50 die Erkrankung ohne Antibiotika ausheilen. Ob und welche Medikamente sinnvoll sind, entscheidet der Arzt. Die Anamnese (Arzt-Patienten- Gespräch) liefert häufig schon klare Indizien für eine Blasenentzündung.

Mit etwas Urin kann die Diagnose gesichert werden. Bei komplizierten Fällen oder wenn die Blasenentzündung sehr häufig an die Tür klopft, sind weitergehende Untersuchungen angezeigt. Eine Ultraschalluntersuchung des Unterleibs, eine Blasenspiegelung oder eine Röntgenuntersuchung können Hinweise auf die Verursacher liefern.

Gut zu wissen!
Das Risiko, jemanden mit einer Blasenentzündung anzustecken, ist sehr gering. Wenn du eine entzündete Blase bei dir vermutest, kannst du dich vertrauensvoll an deinen Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen wenden.

Die besten SOS Tipps bei Blasenentzündung

Mit einigen Tipps kannst du die Ausheilung der Blasenentzündung unterstützen und dein Wohlbefinden stärken.

  • Trinke zwei Liter täglich: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät täglich zu 2 l Trinkflüssigkeit. Im Krankheitsfall darf es gerne etwas mehr sein, denn damit unterstützt du das „Auswaschen“ der Erreger. Allerdings solltest du genau darauf achten, was du trinkst. Kaffee, Alkohol und saure Säfte reizen die Harnwege. Zuckerlimonaden sind ebenfalls kontraproduktiv, denn sie füttern die krankmachenden Keime und tragen zum Wachstum bei. Harntreibende Nieren- und Blasentees mit speziellen Kräutern helfen dabei, die Bakterien auszuscheiden. Zudem können sie Krämpfe lindern und Entzündungen reduzieren. Im gut sortierten Supermarkt oder in der Apotheke sind die Blasentees erhältlich. Alternativ ist natürlich auch Wasser gerne gesehen.
  • Wärme deinen Körper: Eine heiße Badewanne, warme Umschläge oder eine Wärmflasche sind wohltuend bei einer Blasenentzündung. Wärme entkrampft und kann somit Schmerzen reduzieren. Natürlich sorgt Wärme auch für eine ordentliche Portion Entspannung, die du bei den kräftezehrenden Beschwerden gut gebrauchen kannst.
  • Nimm ein Schmerzmittel, bei Bedarf: Schmerzmittel sollten nie leichtfertig genommen werden. Schließlich können sie Nebenwirkungen hervorrufen. Allerdings kann ein Schmerzmittel entzündungshemmend wirken und zur Entspannung der Beckenregion beitragen.

Kann einer Blasenentzündung vorgebeugt werden?

Eindeutig ja, wenn auch mit einigen Einschränkungen. Komplett auf Sex zu verzichten, ist schließlich auch keine Lösung. Folgendes kann das Risiko reduzieren, an einer Blasenentzündung zu erkranken:

  • Nach dem Stuhlgang solltest du stets von vorne nach hinten wischen. Auf diese Weise schiebst du die Keime nicht in Richtung Harnröhreneingang.
  • Im Anschluss an den Geschlechtsverkehr solltest du möglichst zeitnah auf die Toilette gehen. Krankheitserregende Keime können so herausgespült werden.
  • Verwende zur Pflege deines Intimbereichs ausschließlich pH-neutrale Waschlotionen, wie unser COLOSTRUM AUFBAUMILCH | FRESH.
  • Wähle Unterwäsche, die keinen hohen Synthetikanteil hat, sondern auf Baumwolle setzt. So kann deine Haut im Intimbereich besser atmen. Obendrein lässt sich die Unterwäsche häufig bei 60° waschen, was Bakterien eliminiert.

Mannose und Cranberrys bei Blasenentzündung

Vor allem wenn du häufig von Blasenentzündungen heimgesucht wirst, interessierst du dich dafür, wie du den Beschwerden vorbeugen bzw. sie lindern kannst.

Wahrscheinlich bist du bei deinen Recherchen schon auf Mannose oder Cranberrys gestoßen. Lass uns entdecken, was es damit auf sich hat.

Mannose bei Blasenentzündung

D-Mannose kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Unterstützung bei Blasenentzündung eingesetzt werden. Die Wirkungsweise wurde bereits in Studien belegt. Mannose knüpft an diejenigen Härchen an, die E-Coli-Bakterien mit sich herumtragen.

Die Härchen erfüllen für das Bakterium einen wichtigen Zweck, denn auf diese Weise können sie sich an der Blasenwand anheften. Mannose umschließt die Härchen und verhindert so das Andocken.

Bei jeder Blasenentleerung spülst du die Bakterien dann mit aus. Solltest du bereits unter einer Blasenentzündung leiden, setzt Mannose auch hier an den leidbringenden Härchen an.

Hierzu musst du wissen: Die fiesen Bakterien verharren nicht an einem Ort, sondern lösen sich ab und zu, um sich ein neues Fleckchen an der Blasenwand zu suchen. Nun ist der Zeitpunkt gekommen – die Mannose umschließt die Andockhärchen und verhindert so ein erneutes anheften.

Cranberrys bei Blasenentzündung

Cranberrys sind reich an sekundären Pflanzenstoffen und Vitamin C. Besonders populär wurden sie durch die Annahme, dass die kleinen Beeren eine Blasenentzündung wirksam verhindern können.

Studien stützen diese These durchaus. So konnte in einer Studie das Erkrankungsrisiko um 42 % gesenkt werden. Auch Rezidive (Rückfälle) sollen sich mit der Kraft der Beeren teilweise vermeiden lassen. Ganz konkret wird dafür der Pflanzenfarbstoff Proanthocyanidin (PAC) verantwortlich gemacht.

Er kann die häufigsten Übeltäter einer Blasenentzündung, die E. coli, zwar nicht eliminieren, aber soll die winzigen Härchen der Bakterien lähmen. So könnte verhindert werden, dass sich der Keim in der Blase festsetzt und Entzündungen auslöst. Ähnlich wie bei der Mannose ist es denkbar, dass die Bakterien im Anschluss mit dem Urin ausgeschieden werden.

Wirk- oder Heilversprechen dürfen an dieser Stelle aber nicht gegeben werden, da die Studienlage nicht eindeutig ist. Allerdings kannst du mit unserem ARKTIS CRANBERRY einen Versuch starten.

Durch die enthaltenen Nährstoffe wie Vitamin C, Vitamin E, Zink, Selen und das hochgelobte Proanthocyanidin klingt das besonders vielversprechend.

Quellen

  1. Akute Blasenentzündung | Gesundheitsinformation.de
  2. Harnwegsinfektion (Blasenentzündung) – gesund.bund.de
  3. Harnwegsinfektionen: Vorsicht in den Wechseljahren – Der niedergelassene Arzt (der-niedergelassene-arzt.de)
  4. Leitlinie Unkomplizierte HWI Langversion 3.5.2017 (awmf.org)
  5. D-Mannose: einzigartiges Wirkprinzip ohne Resistenzrisiko – Der niedergelassene Arzt (der-niedergelassene-arzt.de)
  6. D-mannose powder for prophylaxis of recurrent urinary tract infections in women: a randomized clinical trial – PubMed (nih.gov)
  7. Oral D-mannose in recurrent urinary tract infections in women: a pilot study – D Porru, A Parmigiani, C Tinelli, D Barletta, D Choussos, C Di Franco, V Bobbi, S Bassi, O Miller, B Gardella, RE Nappi, A Spinillo, B Rovereto, 2014 (sagepub.com)
  8. Cranberries for preventing urinary tract infections – PubMed (nih.gov)
  9. Cranberry-containing products for prevention of urinary tract infections in susceptible populations: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials – PubMed (nih.gov)
  10. Reduction of bacteriuria and pyuria after ingestion of cranberry juice – PubMed (nih.gov)
  11. In Vivo Consumption of Cranberry Exerts ex Vivo Antiadhesive Activity against FimH-Dominated Uropathogenic Escherichia coli: A Combined in Vivo, ex Vivo, and in Vitro Study of an Extract from Vaccinium macrocarpon – PubMed (nih.gov)
Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

„Mir ist besonders wichtig, dass meine Leser etwas für ihren Alltag mitnehmen können“.

Ich bin Dipl. Gesundheitsökonomin und hauptberufliche Medizinjournalistin. In den letzten Jahren habe ich mich zunehmend auf den Bereich Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert und versuche mit meiner Art und lebensnahen Artikeln Leser zu begeistern.

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