Bei einer Divertikulose kommt es zu Ausstülpungen im Darm. In der Regel machen sie keine Beschwerden, Komplikationen können aber nicht ausgeschlossen werden. Mittlerweile werden die unschönen Aussackungen in der westlichen Welt als Zivilisationskrankheit angesehen.

Da stellt sich die Frage, ob wir zwangsläufig mit den Ausstülpungen leben müssen. Gibt es eine Möglichkeit, einer Divertikulose vorzubeugen, und welche Bedeutung kommen Akazienfasern bei einer Divertikelerkrankung zu?

Diese und weitere Fragen klären wir heute.

Was ist eine Divertikulose?

Eine Divertikulose hört sich nicht nur unangenehm an, sie ist es auch. Bauchschmerzen (vornehmlich im linken Unterbauch), Verstopfung, Durchfall, Druckgefühl und Blähungen können auf eine unkomplizierte Divertikelkrankheit hinweisen.

Handelt es sich um eine komplizierte Form, sieht das Ganze deutlich kritischer aus. Nun kann es zu starken krampfartigen Bauchschmerzen, schmerzhaftem Stuhlgang, einem allgemeinen Krankheitsgefühl, blutigem Stuhl und Übelkeit sowie Erbrechen kommen. Auch ein Darmverschluss gehört zu den Symptomen bzw. Folgen einer ausgeprägten Divertikulose.

Aber der Reihe nach. Zunächst klären wir, wie es überhaupt zu derart lästigen bis gefährlichen Beschwerden kommt. Eine Divertikulose liegt vor, wenn sich die Darmwand nach außen stülpt. Diese Ausstülpungen, auch Divertikel genannt, können im Dünn- und im Dickdarm auftreten.

Sind mehrere Divertikel nebeneinander angeordnet, bezeichnen das Mediziner als Divertikulose. An sich ist die Veränderung in der Darmschleimhaut harmlos. Allerdings können sich die Ausstülpungen entzünden. Auch Blutungen oder andere Komplikationen können auftreten. Deshalb solltest du einer diagnostizierten Divertikulose unbedingt Beachtung schenken.

Gut zu wissen!
Viele Divertikel sind mehr Schein als Sein. Bei ihnen stülpt sich nicht die ganze Darmwand nach außen. Lediglich die Schleimhaut ist betroffen. Ärzte nennen diese Möchtegern-Divertikel „Pseudodivertikel“.

Divertikulose als Zufallsbefund

Hast du dir auch schon einmal die Frage gestellt, auf was Mediziner im Rahmen einer Darmspiegelung stoßen können? Die Untersuchung wird routinemäßig durchgeführt, um krankhafte Veränderungen in ausgewählten Darmabschnitten nachweisen zu können.

Das ist wirklich effektiv. Schließlich kann mit der kleinen Kamera so einigen Übeltätern, wie Tumoren, auf die Schliche gekommen werden. Das ist besonders wichtig, denn eine frühe Diagnose verbessert die Heilungschancen.

Während einer Darmspiegelung können auch die Ausstülpungen genauer unter die Lupe genommen werden. Machen sie keine Beschwerden, ist auch keine Behandlung notwendig. Anders sieht das bei einer Divertikulitis aus.

Haben sich die Ausstülpungen entzündet, ist ein Nahrungsverzicht häufig unumgänglich. Zudem werden Patienten Infusionen und Antibiotika verabreicht, um die Entzündungsherde unter Kontrolle zu bringen.

Wusstest du, dass die Divertikulose eine der häufigsten Krankheiten in Industrieländern ist? Dabei kommt es aber entscheidend auf das Lebensalter an. Wenn du unter 40 Jahre alt bist, hast du ein recht geringes Risiko, Divertikel zu entwickeln.

Allerdings haben ca. 30 % der Menschen, die 60 Jahre alt sind, Divertikel im Darm. Mit 85 Jahren sind es sogar 65 %. Da stellt sich automatisch die Frage, wie den lästigen Ausstülpungen vorgebeugt werden kann.

Gut zu wissen!
Sind die Aussackungen einmal da, bilden sie sich nicht alleine zurück.

Divertikulose: Ursache und Vorbeugung

Bis heute konnte nicht vollständig geklärt werden, wie es zu den Aussackungen kommt. Es gibt aber eine Theorie und die hat mit Druck sowie der Nahrung zu tun.

Halten wir fest: Die Ausstülpungen bilden sich aus, wenn schwache Stellen in der Dickdarmwand dem Druck, der von innen erzeugt wird, nachgeben. Es gibt mehrere Gründe, warum deine Dickdarmwand so schwach auf der Brust ist.

Vielleicht hast du eine Bindegewebsschwäche in diesem Bereich. Wahrscheinlicher ist aber, dass du dich ballaststoffarm ernährst oder häufig mit Verstopfung zu kämpfen hast. Dadurch steigt der Druck in deinem größten inneren Organ und die Schleimhaut wird durch die Muskellücken in deiner Darmwand gepresst.

In Anlehnung an die vermuteten Ursachen liegt der Verdacht nahe, dass eine ballaststoffarme Ernährung das Risiko für eine Divertikulose erhöht.

gesundes Essen

Quelle: Unsplash

Divertikulose und die Ernährung

Hart, härter am härtesten? Nein, diesen Stuhl-Wettkampf möchtest du nicht gewinnen. Um deinen Körper zu entlasten, solltest du darauf achten, deinem Stuhlgang eine sanfte und geschmeidige Beschaffenheit zu verleihen.

Dabei kann Bewegung helfen. Sie regt die Darmtätigkeit an und bringt den Stoffwechsel in Schwung. Allerdings schafft es die Bewegung nur auf Platz 2. Die sinnvollste Maßnahme, wenn es um eine ordentliche Verdauung geht, ist und bleibt die Ernährung.

Sie steht dir als mächtiges Instrument zur Seite, mit dem du sowohl die Beschaffenheit als auch die Frequenz deines Stuhles regulieren kannst. Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und viele weitere Lebensmittel haben etwas gemeinsam: Sie enthalten wertvolle Ballaststoffe. Diese wiederum nehmen eine übergeordnete Bedeutung für deinen Verdauungsapparat ein.

Die Bezeichnung Ballaststoffe ist irreführend. Schließlich belasten Ballaststoffe nicht. Ganz im Gegenteil, sie unterstützen dich dabei, fluffige Toilettensitzungen einzulegen.

Aber was sind Ballaststoffe überhaupt? Ballaststoffe sind weitestgehend unverdauliche Nahrungsbestandteile. In der Regel handelt es sich dabei um Kohlenhydrate. Ballaststoffe kommen vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vor.

Ballaststoffe satt: diese Lebensmittel enthalten die Lockerungshilfe

Glücklicherweise sind Ballaststoffe kein seltenes Gut. Folgende Nahrungsmittel trumpfen damit auf:

  • Gemüse, vor allem Möhren, Kartoffeln und Kohl
  • Obst, wie Birnen, Beeren und Äpfel
  • Vollkornprodukte, zum Beispiel in Form von Vollkornbrot oder Vollkornreis
  • Hülsenfrüchte, insbesondere Bohnen und Linsen
  • Nüsse und Samen, wie Mandel und Chia-Samen

Gut zu wissen!
Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst sowie Milch und Eier vereinen keine Ballaststoffe.

Das bringen Ballaststoffe bei einer Divertikulose

Wo sind meine Studienliebhaber? Ich habe wieder einiges auf Lager für euch. Natürlich haben sich auch wissenschaftliche Untersuchungen damit beschäftigt, auf welche Weise Ballaststoffe bei den Darmausstülpungen helfen können.

Unbestritten ist, dass eine ballaststoffreiche Ernährung den Stuhl lockern und somit Verstopfungen entgegenwirken kann. Dadurch musst du weniger Kraft auf das Pressen beim Stuhlgang aufwenden und der Druck im Bauchraum ist überschaubar.

An diesem Fakt lässt sich nicht rütteln. Forscher haben darüber hinaus untersucht, ob Ballaststoffe auch bei entzündeten Ausstülpungen (Divertikulitis) Abhilfe schaffen können. Die Ergebnisse sind erstaunlich.

So konnte festgestellt werden, dass eine erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen das Entzündungsgeschehen der Divertikel hemmen kann. Eine vegetarische Ernährungsform, die auf viele Ballaststoffe zurückgreift, geht Untersuchungen zufolge mit selteneren Krankenhausaufenthalten und einer geringeren Divertikulitis-Todesrate einher.

Es geht spannend weiter. Studien an Tieren und Menschen legen den Verdacht nahe, dass der Verzehr von rotem Fleisch die Darmflora verändern kann. Weitere Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass sich durch den Konsum das Divertikulitis-Risiko erhöht. Ein überschaubarer Verzehr ist ohnehin empfehlenswert, da ausgewählte Fleischsorten zu den entzündungsfördernden Lebensmitteln zählen.

Auch wenn wir jetzt ein wenig von den Ballaststoffen abdriften, möchte ich dir noch ein wissenswertes Studienergebnis mitteilen. Es hat sich gezeigt, dass sich probiotische Lebensmittel sowohl auf die Darmgesundheit als auch auf eine bestehende Divertikulose auswirken können. So war der Bakterienstamm Lactobacillus casei in der Lage, die Patientenbeschwerden zu reduzieren.

Halten wir fest:

  • Ballaststoffe sind willkommen
  • Fleisch sollte reduziert werden
  • Probiotika können sinnvoll sein

Gut zu wissen!
Der als wertvoll erachtete Bakterienstamm Lactobacillus casei ist in unserem Produkt ARKTIBIOTIC PREMIUM enthalten.

Extratipp: Weg mit dem Speck!

Wenn es um Divertikelerkrankungen geht, ist eine Gewichtsabnahme empfehlenswert. Ich möchte dir nicht zu nahetreten, aber Untersuchungen haben gezeigt, dass Patienten mit Divertikeln häufig übergewichtig sind. Das kann an einer ballaststoffarmen Ernährung liegen.

Ist dein BMI zu hoch, bilden sich Fettreserven in deinem Bauchbereich. Diese führen wiederum zu einer erhöhten Entzündungsbereitschaft in deinem Organismus. Das könnte erklären, warum übergewichtige Personen öfter mit Komplikationen mit Blick auf Divertikel zu kämpfen haben.

Daher mein Rat: auch wenn es schwerfällt, solltest du daran arbeiten, dem Speck zu Leibe zu rücken. Mit einer ballaststoffreichen Ernährung schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen verbesserst du deine Verdauung und zum anderen sorgst du für ein gutes Sättigungsgefühl und greifst somit weniger häufig zur Gabel.

Akazien FIbers in einer Holzschüssel.

Quelle: Archiv

Akazienfasern bei Divertikulose?

Du hast noch nichts von Akazienfasern gehört? Macht nichts, ich erkläre dir gerne, was es damit auf sich hat. Akazienbäume liefern die Basis für die Akazienfasern. Sie dienen als hervorragende Ballaststoffquelle.

Die Ballaststoffe, die mit Akazienfasern geliefert werden, kurbeln die Vermehrung gesundheitsfördernder Bifidobakterien und Lactobazillen an. In einer Untersuchung hat sich herausgestellt, dass Akazienfasern das sogar besser gelingt, als dem Präbiotikum Inulin.

Um das herauszufinden, haben Menschen entweder Wasser ohne Ballaststoffe oder Wasser mit Akazienfasern-Ballaststoffen getrunken. Das Ergebnis: Nach 4 Wochen befanden sich deutlich mehr Bifidobakterien und Lactobazillen in den Stuhlproben, wenn Akazienfasern verzehrt wurden. Aber wie wird aus Darmbakterien und Divertikulose nun ein Schuh?

Ganz einfach: Darmbakterien sind wichtig für den Verdauungsprozess. Sie helfen dabei, Nährstoffe zu spalten und Eindringlinge auf Abstand zu halten. Akazienfasern können laut Studien zur Vermehrung beitragen. Darüber hinaus können sie einen verdauungsfördernden Ballaststoff darstellen.

Fasern und Divertikulitis: warum das mal ein Frevel war

„Mensch, da war doch was mit Fasern und Divertikulitis“, denkst du dir vielleicht. Tatsächlich gab es einmal die Annahme, dass Körner und Nahrungsfasern eine Rolle bei der Entwicklung einer Divertikulitis spielen. So wurde vermutet, dass faserige und harte Speisenbestandteile die Divertikelwand reizen und Entzündungen begünstigen.

Patienten sollten daher in der Vergangenheit besser auf Nüsse, Samen und kernhaltiges Obst sowie Gemüse verzichten. Aber woher kam diese Theorie? Diese Annahme stützte sich darauf, dass während Autopsie Nahrungsfasern und Körner in entzündeten Ausstülpungen nachgewiesen wurden. Dadurch verbreitete sich die These, die heute als überholt gilt.

In Studien ergab sich keine Verbindung zwischen dem Verzehr von Samen, Nüssen sowie Körnern und einem gesteigerten Divertikulitis-Risiko. Ganz im Gegenteil: Männer, die zweimal in der Woche Nüsse konsumierten, konnten damit sogar ihr Entzündungsrisiko herabsetzen.

AKAZIENFASERN GROW

Du möchtest deinem Körper etwas Gutes tun und ihm mehr Ballaststoffe zur Verfügung stellen? Wir sind dir gerne dabei behilflich. Unser AKAZIENFASERN GROW enthält 80 % lösliche Ballaststoffe für deinen Darm. Deine Darmbakterien werden sich freuen, denn Akazienfasern sind ein Leckerbissen für sie.

Ausgewählte Bakterien wie Akkermansia muciniphila und Faecalibacterium prausnitzii können auf das gute Futter reagieren und sich freudig vermehren. Das kann auch deiner Gesundheit zugutekommen, denn die kleinen Helfer unterstützen die Aufspaltung deiner Nahrung zu kurzkettigen Fettsäuren.

Die Akazienbäume, die den Rohstoff für AKAZIENFASERN GROW liefern, wachsen in der afrikanischen Sahelwüste. Für die Gewinnung wird die Baumrinde eingeschnitten und der Baumsaft gesammelt.

Im Anschluss wird er schonend gereinigt, getrocknet und gemahlen. Die Akazienfasern können als löslicher Ballaststoff dabei helfen, die Verdauung zu regulieren.

AKAZIENFASERN GROW enthalten 100 % reine Akazienfasern. Synthetische Zusätze suchst du bei uns vergebens. Neutralität ist das Motto, denn die Akazienfasern sind neutral im Geschmack, Geruch und Farbe. Unser Produkt trumpft mit einer guten Verträglichkeit auf – Blähungen müssen nicht befürchtet werden.

Quellen:

  1. https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/divertikulose/was-ist-eine-divertikulose.html
  2. https://www.thieme.de/de/presse/Darmdivertikel-46082.htm
  3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24385599/
  4. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21771850/
  5. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25703217/
  6. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21771850/
  7. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24684571/
  8. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18466655/
  9. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18728264/
Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

„Mir ist besonders wichtig, dass meine Leser etwas für ihren Alltag mitnehmen können“.

Ich bin Dipl. Gesundheitsökonomin und hauptberufliche Medizinjournalistin. In den letzten Jahren habe ich mich zunehmend auf den Bereich Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert und versuche mit meiner Art und lebensnahen Artikeln Leser zu begeistern.

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