Das Leaky-Gut-Syndrom steht für eine krankhaft erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Neben Arzneimitteln wie Antibiotika sollen auch Stress und Nahrungsmittelallergien zu dem Phänomen führen.

Medikamente, mit denen das Syndrom behandelt werden kann, existieren derzeit nicht. Allerdings hast du viele Möglichkeiten, positiv auf deinen Darm einzuwirken und unangenehme Beschwerden zu lindern. Ich verrate dir heute 7 goldene Regeln, die du beachten solltest, wenn du bei dir einen löchrigen Darm vermutest.

Leaky-Gut: ein Syndrom mit Fake-Potential?

Beim Thema Leaky-Gut gibt es zwei Fronten, die manchmal ganz schön verhärtet sind. Die eine Seite geht davon aus, dass das Leaky-Gut-Syndrom existiert und weitreichende Folgen hat. Manche Experten bringen das Phänomen sogar mit Autoimmunerkrankungen, chronischer Müdigkeit, Hautkrankheiten oder Nahrungsunverträglichkeiten in Verbindung.

Die andere Seite behauptet, dass das Syndrom nur ein Hirngespinst der Alternativmedizin ist. Zwar stehen auch sie hinter der Meinung, dass die Darmwand grundsätzlich durchlässiger werden kann, sodass größere Partikel die Barriere überwinden, allerdings sei das nicht die Folge des Syndroms. Vielmehr machen die Gegner der Leaky-Gut-Theorie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, eine Zöliakie oder den starken Konsum von Medikamenten und Alkohol für die durchlässige Darmwand verantwortlich.

Fest steht: Die Leaky-Gut-Forschung steckt noch in den Kinderschuhen. Womöglich befindet sich die Wahrheit, wie so oft, irgendwo dazwischen.

Gut zu wissen!
Allesio Fasano ist ein Forscher, der sich intensiv mit dem Leaky-Gut- Syndrom beschäftigt. In einer Studie mit dem Titel: „Leaky Gut and Autoimmune Disease“ hat er zusammengetragen, was die Wissenschaft bisher über den Zusammenhang von Leaky-Gut und Autoimmunerkrankungen weiß. Tatsächlich konnte er belegen, dass Fehlfunktionen der Darmbarriere und das Auftreten von Autoimmunerkrankungen miteinander in Verbindung stehen können. Nun muss weiter geforscht werden, ob es sich dabei um einen Zufall oder um tatsächliche Zusammenhänge handelt.

Verdacht auf Leaky-Gut: an wen kann ich mich wenden?

Diese Frage beschäftigt viele Menschen, die bei sich selbst aufgrund von Beschwerden einen löchrigen Darm vermuten.

Zur Erinnerung: Verdauungsprobleme, anhaltende Müdigkeit, sinkende Leistungsfähigkeit und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sollen auf ein Leaky-Gut hindeuten.

Rein theoretisch kannst du dich mit den Beschwerden zunächst an deinen Hausarzt wenden. Mit einer eingehenden Anamnese und verschiedenen Untersuchungen geht er deinen Symptomen auf den Grund. Allerdings regt nicht jeder Arzt automatisch die Leaky-Gut-Diagnostik an.

Sei es durch mangelnde Erfahrung oder mangelnde Überzeugung. Dabei liefert dein Blut, Urin oder Stuhl wertvolle Hinweise darauf, ob die Darmbarriere dichthält. Stößt du bei deinem Arzt auf taube Ohren, kannst du dir eine Zweitmeinung einholen. Neben Hausärzten kannst du dich auch an Gastroenterologen oder Homöopathen wenden.

7 goldene Regeln bei Verdacht auf Leaky-Gut

Getreu des Mottos: „Nimm deine Gesundheit selbst in die Hand“, kannst du beim Leaky-Gut viel dafür tun, dass deine Beschwerden abnehmen. Lass uns gemeinsam entdecken, welche goldenen Regeln deinen Alltag verändern können.

1. Gehe Darm-Provokateuren aus dem Weg

Zucker, Süßungsmittel, Nikotin, Alkohol und Medikamente haben eines gemeinsam: Sie setzen der Darmflora zu.

In deinem Darm leben Billionen von Mikroorganismen. Die guten Vertreter helfen dir dabei, die Nahrung zu spalten, Botenstoffe herzustellen und das Immunsystem aufrechtzuerhalten. Weniger förderliche Vertreter lösen Unwohlsein zum Beispiel in Form von Verdauungsstörungen aus. Es ist wichtig, dass deine Darmflora im Gleichgewicht ist. Darm-Provokateure können die empfindliche Balance jedoch stören. Dazu zählen beispielsweise Arzneimittel wie Antibiotika, die gute Bakterien einfach ausradieren. Zucker hingegen füttert vor allem ungünstige Mikroorganismen und verhilft ihnen zu einem starken Wachstum.

Daher mein Tipp: Untersuche deinen Alltag auf Provokateure und versuche sie weitestgehend zu verbannen.

2. Ernähre dich abwechslungsreich

Frisches Obst oder Gemüse enthält viele Nährstoffe und schmeichelt dem Darm. Wenn du dich möglichst naturbelassen ernährst, finden deine schädlichen Darmbakterien kaum mehr Nahrung. Das bedeutet aber auch, dass du einen Bogen um Fast-Food und stark verarbeitete Lebensmittel machen solltest. So gibst du deiner Darmschleimhaut die Möglichkeit, sich schneller zu regenerieren.

Ein weiterer wichtiger Baustein sind Ballaststoffe. Die unverdaulichen Speisebestandteile verkürzen die Zeit, die der Nahrungsbrei benötigt, um durch die Darmpassage zu gelangen. Wenn der Nahrungsbrei nicht unnötig lange im Darm verbleibt, bilden sich auch weniger Gär- und Fäulnisprozesse, die auch deine Darmschleimhäute belasten können.

Ballaststoffreiche Lebensmittel sind Beeren, Haferflocken, Äpfel, Nüsse und Kohlgemüse. Gerade wenn du in der Vergangenheit wenig Ballaststoffe aufgenommen hast, können sie dir zu Anfang schwer im Bauch liegen. Eine Alternative sind unsere AKAZIENFASERN | GROW, die aus 80 % löslichen Ballaststoffen bestehen – bekömmlich und einfach in Wasser anzurühren.

Gut zu wissen!
Ballaststoffe verkürzen nicht nur die Darmpassage-Zeit, sondern sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für förderliche Darmbakterien. Erhalten die Mikroorganismen in deinem Darm nicht genügend Futter, knabbern sie die Darmschleimhaut an, was den Genesungsprozess in deinem Darm wesentlich verlängern kann.

3. Esse achtsam

Du bist bestimmt schon mit dem Begriff Achtsamkeit in Berührung gekommen. Sie sorgt dafür, dass du verschiedene Vorgänge in deinem Alltag viel bewusster wahrnimmst. Du kannst beispielsweise achtsamer spazieren gehen, indem du auf die Details in der Natur achtest. Wenn du bei dir einen löchrigen Darm vermutest, solltest du ebenfalls achtsamer essen.

Beschäftige dich mit deinen Mahlzeiten – schaue sie dir genau an, führe ganz aufmerksam deinen Löffel oder deine Gabel zum Mund und nehme den ganzen Geschmack wahr. Kaue intensiv und langsam. Durch das bewusste Essen kannst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen verkleinerst du die Nahrung besser, was deinem Darm die Arbeit abnimmt und zum anderen setzt du dich mit deinen Lebensmitteln besser auseinander und triffst deine Speisezusammenstellung viel bewusster.

Bewege dich regelmäßig

Quelle: Pexels

4. Bewege dich regelmäßig

Bewegung ist entscheidend für deine Gesundheit. Schließlich trainierst du damit dein Herz-Kreislaufsystem und bringst deinen Darm in Schwung. Nicht ohne Grund haben viele Menschen mit Bewegungsmangel automatisch mit Verstopfung zu kämpfen. Durch regelmäßige Aktivität wird dein größtes inneres Organ auch besser durchblutet und genau das ist wichtig für die Regeneration der Darmschleimhaut.

Wie die Bewegung in deinem Alltag aussieht, bleibt ganz dir überlassen. Wenn du gerade mit vielen Symptomen zu kämpfen hast, rate ich dir jedoch dazu, dir eine Aktivität auszusuchen, die dich nicht allzu sehr belastet. Wie wäre es mit Fahrradfahren, Wandern oder Schwimmen?

5. Trinke viel und das Richtige

Regelmäßiges Trinken ist wichtig, das ist klar, aber wie viel ist tatsächlich genug? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät beispielsweise zu 1,5 l Trinkflüssigkeit pro Tag. Ich selbst hingegen trinke jeden Tag etwa drei Liter und bin davon überzeugt, dass die Hälfte viel zu wenig ist, um sich rundum wohlzufühlen. Wie viel du benötigst, um dich gut zu fühlen, musst du selbst herausfinden. Sehr hilfreich dafür sind Trinkprotokolle oder Apps, mit denen du festhalten kannst, wie viel du täglich getrunken hast.

Mein Tipp: Mache dir kleine Randnotizen, wie du dich mit weniger oder mehr Flüssigkeit fühlst. Aber nicht nur wie viel, sondern auch was du trinkst, ist entscheidend. Ich persönlich bin ein Wasser-Fan, wenn dir das zu geschmacklos ist, kannst du auch auf ungesüßte Kräutertees wie Pfefferminztee, Kamillentee oder Ingwertee ausweichen.

 Gut zu wissen!
Beim Thema Trinken heißt es: Finger weg von künstlichen Aromen. Bunte, sprudelnde Getränke mit gesunden Früchten auf der Verpackung sind nur selten wirklich empfehlenswert. Wenn du auf Nummer sichergehen möchtest, scanne die Produkte vorab mit der App „Codecheck“ (unbezahlte Werbung ;). Sie sagt dir genau, was die Inhaltsstoffe bedeuten.

6. Vermeide Stress, wo es nur geht

Stress macht krank, und zwar nicht nur deinen Kopf, sondern auch deinen Darm. Tatsächlich vermuten einige Experten, dass Stress das Leaky-Gut-Syndrom fördern kann. Auf welche Weise das geschieht, ist noch nicht gänzlich geklärt. In Studien konnte bereits festgestellt werden, dass Stresshormone, wie das Corticotropin-Releasing Hormon, zur Ausschüttung von Entzündungsfaktoren beitragen. Diese wiederum könnten die Verbindungsstellen in der Darmschleimhaut, die Tight Junctions, „lockern“ und so den Darm durchlässiger machen.

Außerdem kann durch das Corticotropin-Releasing Hormon die Anzahl der Becherzellen abnehmen. Da sie für die Produktion der schützenden Schleimschicht in deinem Darm zuständig sind, könnte auch das die Darmbarriere schwächen. Natürlich können wir Stress nicht gänzlich vermeiden, allerdings helfen dir Entspannungsübungen dabei, dem Stress ein Ventil zu geben. Ich habe gute Erfahrungen mit der App „Insight Timer“ (unbezahlte Werbung 😉 gemacht, hier kannst du kostenlos viele geführte Meditationen machen.

7. Liefere deinem Körper wertvolle Darmbakterien

Eine ausgewogene Darmflora stärkt deine Darmbarriere. Ein Ungleichgewicht kann hingegen zu Entzündungen führen, die auch die Darmbarriere schädigen. Du bist dir nicht sicher, ob der Multikulti-Mix in deinem Darm tatsächlich so reichhaltig ist, wie er sein sollte. Wie wäre es, wenn du der Population einfach ein wenig auf die Sprünge hilfst? Das kannst du zum Beispiel mit fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, Kimchi, Joghurt, Kefir oder Miso machen. Die Produkte enthalten wertvolle Mikroorganismen, die deine Darmflora bereichern können.

Allerdings gibt es dabei den Haken, dass du nie so genau weißt, wie viele Helfer tatsächlich in deinen Körper gelangen. Eine bessere Kontrolle hast du mit sogenannten Probiotika. Sie vereinen wertvolle Bakterienstämme, die als förderlich für die Gesundheit angesehen werden. Es gibt sogar solche, die vor allem mit Blick auf das Leaky-Gut empfohlen werden. Wir von Arktis BioPharma haben ein Produktset für dich zusammengestellt, das auf breiter Basis „angreift“. Darin sind Lebendkeime, Ballaststoffe, Aminosäuren, Vitamine und vieles mehr enthalten. Probiere unser LGS-PLUS | 6 MONATE doch einmal aus und berichte mir, wie es dir damit ergeht.

Quellen

  1. Zonulin, a newly discovered modulator of intestinal permeability, and its expression in coeliac disease – The Lancet
  2. Leaky gut and autoimmune diseases – PubMed (nih.gov)
  3. Leaky gut: IMD Institut für medizinische Diagnostik, Labor (imd-berlin.de)
  4. CRF induces intestinal epithelial barrier injury via the release of mast cell proteases and TNF-α – PubMed (nih.gov)
  5. Chronic stress induces mast cell-dependent bacterial adherence and initiates mucosal inflammation in rat intestine – PubMed (nih.gov)
Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

"It is of particular importance to me that my readers can take something away with them for their everyday lives."

I am a graduate in health care management and a full-time medical journalist. In recent years, I have specialized in the field of nutritional supplements and try to inspire readers with my style and true-to-life articles.

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