Bei einem Leaky Gut Syndrom ist der Darm ungewöhnlich durchlässig und verschafft so Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen eine gute Grundlage. Nur keine falsche Bescheidenheit.

Schließlich ist ein „löchriger“ Darm nicht nur ein simpler Störfaktor im Alltag, sondern wird von Experten auch ganz gezielt mit chronischen Erkrankungen in Zusammenhang gebracht.

Als Begleiterscheinung kann das Leaky Gut Syndrom beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen wie Zöliakie oder Multiple Sklerose auftreten.

Ich möchte mich mit dir heute der Frage widmen, ob ein durchlässiger Darm und Depressionen einen gemeinsamen Nenner haben. Komm mit – wir klären das!

Kleiner Exkurs: Was ist Leaky Gut Syndrom?

Bevor wir tief in die Materie eintauchen, ist es wichtig, dass wir eine gute Grundlage legen. Lass uns dazu zunächst entdecken, worum es beim Leaky Gut Syndrom eigentlich geht.

Der englische Begriff steht für die unangenehme Bezeichnung „löchriger Darm“. Dadurch könnte bei dir womöglich der Eindruck entstehen, dass der Darm bei einem gesunden Menschen hundertprozentig dichthält. Dem ist aber nicht so, denn rein physiologisch sind wir darauf angewiesen, dass der Darm bis zu einem gewissen Grad durchlässig ist.

Schließlich werden lebenswichtige Nährstoffe über die Darmschleimhaut ins Blut abgegeben und können so in deinem Organismus zirkulieren. Mediziner haben dafür eine gesonderte Bezeichnung, die auf den Namen „Darmpermeabilität“ (Durchlässigkeit der Darmwand) hört.

Allerdings wäre es bedenklich, wenn die Darmschleimhaut einfach alles durchlassen würde, denn so könnten auch schädliche Substanzen hinüberwandern. An dieser Stelle denke ich an Viren, Bakterien oder Pilze.

Dichte Verbindungen halten dicht

Hast du schon einmal von den sogenannten „Tight Junctions”, englisch für „dichte Verbindungen“, gehört? Wenn du so willst, sind das die Bodyguards der Darmschleimhaut. Mithilfe von Proteinen schaffen sie eine netzartige Struktur, die Schleimhautzellen zusammenbringen.

Die Bodyguards erfüllen eine wichtige Aufgabe. Ihr Auftrag ist es, Schadstoffe nicht in die Blutgefäße und somit in das große Verteilungssystem deines Körpers zu lassen.

Klingt nach einem ausgetüftelten System. Leider halten diese Verbindungen nicht immer so dicht, wie sie es sollten. Die Darmschleimhaut wird dann untypisch durchlässig, womit viele ungewollte Substanzen die Barriere überwinden.

Dazu zählen:

  • Fettunlösliche Substanzen
  • Mikroorganismen, inklusive Bruchstücke
  • Nahrungsbestandteile, die nicht vollständig aufgespalten sind
  • Schadstoffe wie Viren, Bakterien oder Pilze

Die Folgen können immens sein. Experten gehen davon aus, dass sich durch den ungefilterten Strom unerwünschter Substanzen die Leber überlastet zeigen kann. Folgen würden dadurch aber nicht nur der Leber, sondern dem gesamten Körper drohen.

Darmsanierung Frühjahrsputz im Darm

Quelle: Shutterstock

Entzündungen als Wegbereiter für eine Depression

Mittlerweile ist klar, eine Depression wird nicht ausschließlich durch psychosoziale Faktoren ausgelöst. Menschen, die Schlimmes erlebt haben, können in eine Depression rutschen. Ebenso aber auch solche Patienten, die die körperlichen Voraussetzungen erfüllen.

Ganz konkret geht es dabei um neurobiologische Veränderungen, die sich im Gehirn abspielen. Ein Ungleichgewicht an Botenstoffen wird demnach häufig angeführt.

Spannend ist, dass Forscher vermehrt auf den Hinweis aufmerksam werden, dass Depressionen mit Entzündungsgeschehen in Verbindung gebracht werden können. So zeigte sich, dass Patienten mit Depressionen im Vergleich zu gesunden Menschen deutlich erhöhte Entzündungswerte aufweisen.

Noch ist nicht zweifelsfrei bewiesen, dass einem Entzündungsgeschehen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Depressionen zukommt. Allerdings wäre das eine spannende Frage, die es zu klären gilt, denn bei einem Leaky Gut Syndrom spielen Entzündungsreaktionen eine Rolle.

Das Ganze läuft folgendermaßen ab: Deine Darmschleimhaut kann ihrer Funktion nicht mehr nachkommen und lässt mehr Schadstoffe durch, als sie sollte. Infolgedessen schlägt dein Organismus Alarm, wodurch das Immunsystem auf den Plan tritt.

Die Fremdkörper werden zwar bekämpft, dadurch entstehen jedoch Entzündungsreaktionen, die den ganzen Körper betreffen können.

Kann ein undichter Darm eine Depression auslösen?

Kommen wir nun zur eigentlichen These, dass ein undichter Darm eine Depression auslösen kann. Diese Behauptung klingt sehr gewagt, daher möchte ich sie nicht einfach so im Raum stehen lassen, sondern mit wissenschaftlichen Hinweisen untermauern.

Wir wissen bereits, dass das Mikrobiom, also die Vielzahl der sich tummelnden Mikroorganismen im Darm, unser Wohlbefinden stark beeinflussen kann. Spezielle Bakterienprodukte können beispielsweise im Darm Drüsenzellen ankurbeln, die wiederum Neurotransmitter sowie Hormone freisetzen.

Wusstest du zum Beispiel, dass Darmbakterien Tryptophan herstellen können? Die Aminosäure ist ein grundlegender Baustein, um wiederum das Glückshormon Serotonin zu bilden. Forscher konnten bereits feststellen, dass Patienten mit Depressionen Veränderungen in ihrer Darmkultur aufweisen.

Das führt uns wieder zu der Frage, inwieweit ein undichter Darm eine Depression begünstigen kann. Wenn du dir vorstellst, dass dein Darm verschiedene Substanzen durchlässt, die eigentlich nicht in die Blutbahn gehören, ist schnell klar, dass dadurch das biologische Gleichgewicht ins Wanken gerät.

Wie massiv die Folgen sein können, haben Forscher herausgefunden. Sie zeigten, dass ein „löchriger“ Darm die Entzündungsreaktion im Organismus steigert und Depressions-Symptome begünstigen kann. Aus diesem Grund schlugen die Forscher vor, Patienten mit Depressionen auf ein Leaky Gut Syndrom zu untersuchen.

Butter bei die Fische: Noch steht nicht eindeutig fest, dass ein durchlässiger Darm eine Depression auslösen oder unterhalten kann. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass die Entzündungsreaktion des Körpers, depressive Symptome und ein Leaky Gut Syndrom miteinander verknüpft sind.

Zu früh also, um entzündungshemmende Medikamente gezielt einzusetzen. Allerdings keineswegs zu früh, um Silent inflammation (Stille Entzündungen) im Körper den Garaus zu machen.

Source: Pexels

Leaky Gut Syndrom: Diagnose mittels Protein

Du leidest unter Depressionen und fragst dich, ob womöglich ein Leaky Gut Syndrom bei dir vorliegt? Zur Beantwortung der Frage kann das Regulatorprotein Zonulin beitragen.

Mit dem körpereigenen Marker kann die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut geprüft werden. In deinem Organismus setzt sich das Protein dafür ein, Flüssigkeiten, Moleküle und Leukozyten zwischen Blut und Darm zu regulieren.

Dafür interagiert es durch Belegung von Rezeptoren mit den Tight Junctions. Öffnen sich die Verbindungen immer wieder oder verstärkt, kann sich dadurch das Leaky Gut Syndrom entwickeln.

Das Regulatorprotein Zonulin kann durch verschiedene Messungen bestimmt werden. Für die Beurteilung ziehen Mediziner verschiedene Referenzbereiche heran.

  • Referenzbereich im Stuhl: grenzwertig ab >78,0 ng/ml Stuhl
  • Referenzbereich im Serum (Blut): grenzwertig ab >48,0 ng/ml Serum

Leaky Gut Syndrom, und jetzt?

Unabhängig davon, ob bei dir eine Depression festgestellt wurde oder nicht, ist es stets ratsam, sich um seinen Darm zu kümmern.

Er zerkleinert nicht nur Nahrung, sondern unterstützt das Immunsystem und hilft bei der Produktion wichtiger Hormone. Wenn du bei dir einen durchlässigen Darm vermutest, ist das kein Grund zur Verzweiflung, denn er lässt sich vergleichsweise gut behandeln.

Wichtig ist, dass dein Darm nun seine Funktion wieder reibungslos aufnimmt. Auch die Abheilung von eventuell bestehenden Entzündungen ist entscheidend. Im Mittelpunkt sollten nun deine Darmflora und die Darmschleimhaut stehen.

Die geschwächte Barriere gilt es nun wieder aufzubauen und zu schützen.

3 Tipps für eine starke Darmbarriere

Machen wir uns nichts vor. Auch wenn die Symptome eines Leaky Gut Syndroms sich in relativ kurzer Zeit (innerhalb weniger Wochen) bessern können, kann eine vollständige Ausheilung manchmal Jahre dauern.

Mein Rat: Gib nicht auf und widme dich mit voller Kraft deiner Darmgesundheit. Meine Leser berichten immer wieder, dass sich ihr gesamtes Wohlbefinden gebessert hat, seit sie ihrem Darm mehr Aufmerksamkeit schenken.

Tipp Nummer 1: Gute Lebensmittel auf den Speiseplan

Anstatt Verbote auszusprechen, möchte ich dich motivieren. Schiebe Lebensmittel mit Zucker und ungesunden Fetten beiseite und verfolge eine frische Kost. Gemüse und Obst trotzen nur so vor Nährstoffen und liefern Geschmack, ganz ohne künstliche Zusätze.

Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten sollen einen durchlässigen Darm begünstigen. Reagierst du empfindlich oder sogar allergisch auf Speisen oder deren Bestandteile, rate ich dir, zu reduzieren oder sogar ganz wegzulassen.

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Tipp Nummer 2: Gib deinen Darmbakterien Futter

Bei einer gesunden Darmflora führt kein Weg an deinen Darmbakterien vorbei.

Was viele nicht wissen: Auch die kleinen Mikroorganismen in deinem Darm haben Hunger. Mit besonderer Vorliebe ernähren sie sich von Ballaststoffen, um sich im Anschluss zu vermehren.

Ballaststoffe sind unverdauliche Speisebestandteile, die du in vielen natürlichen Lebensmitteln wie Möhren, Kartoffeln oder Äpfeln findest.

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Tipp Nummer 3: Führe deinem Darm Bakterienstämme zu

Lange Zeit hatten Bakterien einen schlechten Ruf. Mittlerweile ist klar, dass die Mikroorganismen viele wichtige Aufgaben für uns erledigen und unser Wohlbefinden stärken.

Hierbei kommt es natürlich darauf an, die richtigen Darmbakterien zu unterstützen. Das kannst du mit Probiotika tun. Darin befinden sich Bakterienstämme, die als förderlich für die Gesundheit angesehen werden.

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Quellen

  1. Ursachen und Auslöser Depression Neurobiologische Seite – Stiftung Deutsche Depressionshilfe (deutsche-depressionshilfe.de)
  2. Leaky gut-Syndrom sicher diagnostizieren mit Zonulin • mikrooek.de
  3. The gut-brain barrier in major depression: intestinal mucosal dysfunction with an increased translocation of LPS from gram negative enterobacteria (leaky gut) plays a role in the inflammatory pathophysiology of depression – PubMed (nih.gov)
  4. Transcriptomics in Interferon-α-Treated Patients Identifies Inflammation-, Neuroplasticity- and Oxidative Stress-Related Signatures as Predictors and Correlates of Depression | Neuropsychopharmacology
  5. Elevated C-Reactive Protein in Patients With Depression, Independent of Genetic, Health, and Psychosocial Factors: Results From the UK Biobank – PubMed (nih.gov)
  6. Darmprobleme und Psyche • mikrooek.de
Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

"It is of particular importance to me that my readers can take something away with them for their everyday lives."

I am a graduate in health care management and a full-time medical journalist. In recent years, I have specialized in the field of nutritional supplements and try to inspire readers with my style and true-to-life articles.

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