Alles in allem wachsen wir doch sehr behütet auf. Winzigkleine Feinde, die unseren Urahnen noch das Leben schwer gemacht haben, sind seit Jahren auf dem Rückzug.

Eigentlich eine gute Nachricht, aber eine übertriebene Hygiene könnte auch das Gegenteil bewirken. Demnach würden wir trotzdem krank werden, jedoch mit anderen Symptomen.

Ich möchte mit dir heute den Zusammenhang zwischen dem Bündel an Mikroorganismen, dass du mit dir rumträgst und Allergien erforschen.

Bauernhofkinder sind eben doch gesünder

Eine These besagt, dass ein übertriebener Hygienefimmel Allergien begünstigen kann. Bestimmt hast auch du schon davon gehört, dass Personen, die im Kindesalter viel mit Matsch und Co. in Berührung kommen, später seltener an Allergien erkranken.

Die Idee dahinter ist, dass wir, die in westlichen Industrieländern leben, nicht mehr genügend auf natürliche Feinde treffen.

Mit natürlichen Feinden sind hier vor allem Bakterien gemeint, die durch hochgelobte Hygieneprodukte aus der Werbung vernichtet werden. Deshalb, so die Theorie, beschäftigt sich das Immunsystem mit harmlosen Substanzen, die normalerweise gar keine Gefahr darstellen.

Tatsächlich konnte in der GABRIEL-Studie festgestellt werden, dass Kinder, die nicht auf einem Bauernhof aufwachsen, ein höheres Allergierisiko haben. Laut Studienergebnissen ist das Risiko konkret bei Asthma und Heuschnupfen um die Hälfte bis das Dreifache erhöht.

Gut zu wissen!
Bei vielen Allergien stehen nicht ausschließlich Umweltfaktoren im Verdacht. Vielmehr scheint es die Kombination aus genetischen Einflüssen und Umweltbedingungen zu sein, die eine Allergie begünstigt.

Mikrobiotika im Fokus

Du besitzt viele unterschiedliche Mikrobiome. Sie befinden sich auf der Haut, den Schleimhäuten, in der Mundhöhle, der Intimzone und der Lunge.

Das aber wohl bekannteste Mikrobiom siedelt sich im Darm an. Unter dem Begriff Mikrobiom wird die Gesamtheit der Mikroorganismen verstanden, die sich in dem Bereich tummeln. Je nachdem, um welche Körperregion es sich handelt, können jeweils andere Mikroorganismen nachgewiesen werden.

Mit Blick auf Allergien spielt scheinbar das Mikrobiom des Darms eine entscheidende Rolle. Häufig wird es auch als Darmflora bezeichnet. In verschiedenen Untersuchungen wurde gezeigt, dass die Zusammensetzung der Darmflora einem Fingerabdruck ähnelt.

So hat jeder eine ganz individuelle Mixtur an Untermietern, die das Immunsystem auf Trab halten. Besonders spannend ist, dass deine Darmflora verrät, wo du aufgewachsen bist und wie du lebst.

Sie kann Antworten auf viele Fragen liefern, zum Beispiel:

  • Bist du im Kindesalter mit vielen Tieren in Kontakt gekommen?
  • Hast du als Kind viele probiotische Lebensmittel wie Joghurt verzehrt?
  • Ernährst du dich abwechslungsreich?
  • Musst du häufig Antibiotika einnehmen?

Der Darm, Gastgeber für Allergien?

Bestimmt fragst du dich, warum gerade der Darm mit Allergien in Verbindung gebracht wird. Bis zu 80 % aller Immunzellen befinden sich in dem Organ. Das gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, warum der Darm untrennbar mit dem Immunsystem verknüpft ist.

Eine spezielle Immunantwort, die sogenannte T-Helfer-Immunantwort, wird im Darm begünstigt. Sie ist an der Entstehung von Allergien beteiligt.

Eine artenreich besiedelte Darmflora und ausgewählte probiotische Stämme können genutzt werden, um diese Immunantwort auszubremsen. Wenn das gelingt, könnte das Immunsystem dazu angeregt werden, auslösende Allergene zu tolerieren.

Gesundes Mikrobiom = weniger Allergien

Was als erwiesen gilt, ist, dass die Stuhlzusammensetzung die Entwicklung des Immunsystems und die Allergiebegünstigung beeinflussen kann. Säuglinge, deren Darmflora vor allem mit milchsäurebildenden Bakterien (Bifidobakterien) besiedelt war, hatten seltener mit Allergieerkrankungen zu kämpfen.

Probiotische Lebensmittel wie Joghurt sollen einen wichtigen Beitrag leisten, um Infekte zu verhindern und Allergien vorzubeugen. Ein konkreter Zusammenhang wird bei Neurodermitis, Heuschnupfen und dem allergischen Asthma bronchiale vermutet.

Kein Wunder, dass die Allergieforschung sich mittlerweile damit beschäftigt, was wir selbst tun können, um das Allergierisiko zu verringern. Schließlich haben nicht alle von uns das Glück, auf einem Bauernhof aufzuwachsen.

Praxisbeispiel: Bifidobakterien bei Pollenallergie

Lust auf ein Beispiel aus der Praxis?

Ein Forscherteam hat im Jahr 2006 eine Entdeckung gemacht: Bifidobakterien-Stämme sind in der Lage, die allergischen Reaktionen, die durch eine Zedern-Pollenallergie ausgelöst werden, bedeutend zu verringern.

Der Effekt wurde nachgewiesen, nachdem Betroffene in der Pollensaison über 13 Wochen hinweg probiotische Bakterien einnahmen. Durch Bluttests wurde festgestellt, dass die sogenannten Chemokine sich durch die Gabe beeinflusst zeigen. Sie sind wesentlich an der allergischen Immunantwort beteiligt.

Zudem waren die kleinen Helfer offenbar in der Lage, die für die Allergie typischen IbE Antikörper auszubremsen. Neben der Blutuntersuchung wurden auch tägliche Befragungen zum Wohlbefinden durchgeführt. Dabei fiel auf, dass sich die Beschwerden bei vielen Probanden deutlich verringerten.

Gut zu wissen!
Joghurt-Bakterien können die Bildung von Gamma-Interferon ankurbeln. Dabei handelt es sich um ein hormonähnliches Molekül, das scheinbar das Heranreifen von Mastzellen blockieren kann. Mastzellen sind entscheidend an der Entwicklung von Allergiesymptomen beteiligt.

GESUNDER DARM, GESUNDE VAGINA, GESUNDE BLASE

Quelle: Shutterstock

Was bringt ein Darmkultur-Test?

Nicht jeder hat optimale Voraussetzungen, um eine artenreiche Darmflora bei Laune zu halten. Forscher haben festgestellt, dass es viele Einflussfaktoren gibt, die dem Mikrobiom zusetzen.

Dazu zählen:

  • Stress
  • Medikamente
  • Einseitige Ernährung
  • Häufige Antibiotikaeinnahmen

Eine Dysbiose, also ein Ungleichgewicht in der Darmflora, kann nicht nur Allergien begünstigen, sondern auch Verdauungsprobleme fördern. Verstopfung, Durchfall, Blähungen und ein Reizdarm können die Folge sein.

Die Anzeichen sind aber nicht bei jedem eindeutig oder werden oft über viele Jahre falsch zugeordnet.

Dann ist Ursachenforschung gefragt. Im Internet gibt es spezielle Tests, mit denen die Zusammensetzung der Mikroorganismen untersucht werden kann. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) bezeichnet diese jedoch als sinnlos.

Noch ließe sich damit keinen Rückschluss auf Erkrankungen ziehen. Zudem wäre eine Therapieempfehlung schwierig, denn die Darmkultur befindet sich in einem stetigen Wandel.

Gut zu wissen!
Ein Test bietet vielleicht nicht den Mehrwert, den du dir wünscht. Ich empfehle dir, die Spuren deiner Darmkultur anderweitig zu untersuchen. Erstelle am besten ein Ernährungstagebuch und finde heraus, ob du deinem Darm genügend Bakterien zuführst und die kleinen Mikroorganismen richtig ernährst.

Probiotikum mit Präbiotikum kombinieren

Glücklicherweise musst du dich mit einem Ungleichgewicht nicht einfach abfinden. Mit ausgewählten Präparaten hast du die Möglichkeit, deinem Darm Bakterien oder Hefen zur Verfügung zu stellen, die als gesundheitsfördernd gelten.

Probiotika haben einen facettenreichen Anwendungsbereich. Sie werden bei vaginalen Hefepilzinfektionen, Magen-Darm-Infektionen und Harnwegsinfektionen angewendet.

Studien geben Grund zu der Annahme, dass sie auch bei Allergien sinnvoll sein könnten. Dem Organismus verheißungsvolle Bakterien zu liefern, ist ein wichtiger Schritt.

Danach gilt es noch die gesundheitsfördernden Mikroorganismen zum Bleiben zu überreden. An dieser Stelle kommen Präbiotika ins Spiel, die Nahrung für die kleinen Helfer liefern.

Auf diese Weise sollen das Wachstum und die Ansiedlung unterstützt werden. Es gibt verschiedene Pro- und Präbiotika auf dem Markt. Sie unterscheiden sich durch ihre Anwendung sowie Anzahl und Art der enthaltenen Bakterien bzw. Inhaltsstoffe.

Die Magen-Darm-Passage ist gefährlich

Probiotika und Präbiotika müssen so einiges aushalten, bis sie den erforderlichen Weg zurückgelegt haben. Sie kommen mit Magensäure und anderen Flüssigkeiten in Kontakt. Damit ein Probiotikum den Job erledigen kann, für das es geschaffen wurde, muss Qualität unbedingt mit an Bord sein.

Sie entscheidet darüber, wie viele vermehrungsfähige Bakterien in einem Produkt stecken und ob sie in der Lage sind, die Magen-Darm-Passage zu überstehen.

Bevor du ein Probiotikum kaufst, raten wir dazu, dich einschlägig über den Anbieter und das Nahrungsergänzungsmittel zu informieren.

Gut zu wissen!
Wusstest du, dass die Besiedlung deines Darms bereits bei der Geburt beginnt? Bakterien, die sich im Darm und im vaginalen Umfeld der Mutter befinden, stellen den ersten Kontakt her. Babys, die mithilfe eines Kaiserschnitts auf die Welt kommen, haben Studien zufolge ein erhöhtes Allergierisiko.

Die Probiotikum-Produktpalette von Arktis BioPharma

Arktis BioPharma gehört zu den Experten auf dem Gebiet der Probiotika. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit dem Mikrokosmos Darm und sind davon überzeugt, dass er bis heute stark unterschätzt wird.

Mit ausgeklügelten Produkten möchten wir dem größten inneren Organ Tribut zollen und für mehr Bauchschmeichlerei sorgen. Nicht jeder Darm hat die gleichen Bedürfnisse. Aus diesem Grund haben wir eine umfangreiche Produktpalette entwickelt.

Unser Start-Set richtet sich an Anwender, die sich neu mit dem Thema Probiotika beschäftigen. Arktibiotic Premium, Arktibiotic Select und Arktibiotic Compens sprechen Personen an, die mehr aus ihrem Darm herausholen möchten.

Eine besonders spannende Mischung sind Milchsäurebakterien und Kräuter, wie in unserem Arktis Herbal. Natürlich darf auch bei uns ein Präbiotikum zur Fütterung der Darmbakterien nicht fehlen. Wir haben uns bei unserem Grow für 100 % Akazienfasern entschieden.

Wofür entscheidest du dich?

Quellen

  1. Depner M, Taft DH, Kirjavainen PV, Kalanetra KM, Karvonen AM, Peschel S, Schmausser-Hechfellner E, Roduit C, Frei R, Lauener R, Divaret-Chauveau A, Dalphin JC, Riedler J, Roponen M, Kabesch M, Renz H, Pekkanen J, Farquharson FM, Louis P, Mills DA, von Mutius E; PASTURE study group, Ege MJ. Maturation of the gut microbiome during the first year of life contributes to the protective farm effect on childhood asthma. Nat Med. 2020 Nov;26(11):1766-1775. doi: 10.1038/s41591-020-1095-x. Epub 2020 Nov 2. PMID: 33139948.
  2. Ege MJ, Mayer M, Normand AC, Genuneit J, Cookson WO, Braun-Fahrländer C, Heederik D, Piarroux R, von Mutius E; GABRIELA Transregio 22 Study Group. Exposure to environmental microorganisms and childhood asthma. N Engl J Med. 2011 Feb 24;364(8):701-9. doi: 10.1056/NEJMoa1007302. PMID: 21345099.
  3. Xiao JZ, Kondo S, Yanagisawa N, Takahashi N, Odamaki T, Iwabuchi N, Iwatsuki K, Kokubo S, Togashi H, Enomoto K, Enomoto T. Effect of probiotic Bifidobacterium longum BB536 in relieving clinical symptoms and modulating plasma cytokine levels of Japanese cedar pollinosis during the pollen season. A randomized double-blind, placebo-controlled trial. J Investig Allergol Clin Immunol. 2006;16(2):86-93. Erratum in: J Investig Allergol Clin Immunol. 2006;16(4):273. PMID: 16689181.
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  7. Penders J, et al.: Establishment of the intestinal microbiota and its role for atopic dermatitis in early childhood. J Allergy Clin Immunol 2013; 132: 601–7, e608.
  8. Pascal M, Perez-Gordo M, Caballero T, Escribese MM, Lopez Longo MN, Luengo O, Manso L, Matheu V, Seoane E, Zamorano M, Labrador M, Mayorga C. Microbiome and Allergic Diseases. Front Immunol. 2018 Jul 17;9:1584. doi: 10.3389/fimmu.2018.01584. PMID: 30065721; PMCID: PMC6056614.
Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

„Mir ist besonders wichtig, dass meine Leser etwas für ihren Alltag mitnehmen können“.

Ich bin Dipl. Gesundheitsökonomin und hauptberufliche Medizinjournalistin. In den letzten Jahren habe ich mich zunehmend auf den Bereich Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert und versuche mit meiner Art und lebensnahen Artikeln Leser zu begeistern.

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