Was ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, auch als Nahrungsmittelintoleranz bezeichnet, ist dein Körper nicht in der Lage, bestimmte Lebensmittel oder Bestandteile darin zu verdauen. Stattdessen werden Abbauprodukte erschaffen, die deinen Organismus belasten und zu anhaltenden Beschwerden führen können.

Wenn du eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hast, fehlt es deinem Körper in der Regel an einem bestimmten Enzym oder das jeweilige Enzym ist defekt.

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit macht sich ganz unterschiedlich bemerkbar. Die Beschwerden können gering oder stark ausgeprägt sein.

Gut zu wissen!
Die Nahrungsmittelunverträglichkeit wird häufig mit der Nahrungsmittelallergie in einen Topf geworfen. Tatsächlich unterscheiden sich die beiden aber stark voneinander.

Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist, dass bei einer Nahrungsmittelallergie das Immunsystem involviert ist, bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit hingegen nicht.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Symptome

Laut einer Umfrage haben 7 von 10 Menschen Magen-Darm-Beschwerden. Viele von ihnen nehmen die Symptome so hin, wie sie sind. Tatsächlich scheinen Verstopfungen, Bauchschmerzen und Blähungen ähnlich wie Kopfschmerzen auf häufige Akzeptanz zu stoßen.

Sie werden als Plagegeister akzeptiert. Es lohnt sich jedoch immer, Beschwerden zu hinterfragen. Manchmal verbirgt sich dahinter eine Ursache, die behandelt werden kann. Alternativ hast du die Möglichkeit, Veränderungen in deinem Leben durchzuführen, um die Symptome abzumildern oder ganz zu vertreiben.

Im Fall einer Nahrungsmittelunverträglichkeit sind die Beschwerden eher unspezifisch. Das bedeutet, dass sie auf viele Ursachen hinweisen können.

Folgende Symptome können bei einer Nahrungsmittelintoleranz auftreten:

  • Krampfartige Bauchschmerzen
  • Häufiges Aufstoßen
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Schluckstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Herzrasen

Gut zu wissen!
Die ersten Symptome nach dem Verzehr treten in der Regel nach 15-30 Minuten auf. Es kann aber auch sein, dass es bis zu zwei Stunden dauert, bevor sich die klassischen Beschwerden bemerkbar machen.

Was gibt es für Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Quelle: Pexels

Was gibt es für Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Dein Körper kann grundsätzlich auf ganz unterschiedliche Bestandteile oder Lebensmittel mit Beschwerden reagieren. Womöglich bist du schon einmal einer toxischen Unverträglichkeit begegnet, besser bekannt als Lebensmittelvergiftung. Viel häufiger kommen aber nicht-toxische Intoleranzen vor.

Dazu zählen:

  • Fruktoseintoleranz, dabei verträgst du Fruchtzucker nicht
  • Laktoseintoleranz, hierbei macht der Milchzucker Probleme
  • Zöliakie, hier übernimmt das Gluten die Verantwortung
  • Histaminintoleranz, du verträgst Histamin aus Lebensmitteln nicht
  • Sorbitintoleranz, Unverträglichkeit gegenüber dem Zuckeraustauschstoff Sorbit
  • Saccharoseintoleranz, hier verträgst du Haushaltszucker nicht
  • Alkoholintoleranz, Alkohol macht bei dir Probleme

Gut zu wissen!
Streng genommen ist eine Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, ein besonderer Fall. Sie kann weder zu den klassischen Allergien noch zu den klassischen Unverträglichkeiten gezählt werden. Das liegt daran, dass hierbei durchaus das Immunsystem etwas zu sagen hat. Gluten wird dabei vom Immunsystem als Fremdstoff eingeordnet. Die Folge ist eine Entzündung der Darmschleimhaut.

Kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zur Depression führen?

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit schlägt auf die Stimmung, keine Frage. Es gibt jedoch auch die Annahme, dass eine Intoleranz eine Depression begünstigen kann, aber was ist an der Theorie dran? Tatsächlich kann eine bestimmte Unverträglichkeit eine Depression wahrscheinlicher machen.

Die Rede ist hier von der Fruktoseintoleranz. Eine Funktionsstörung eines speziellen Transportproteins namens GLUT 5 kann dazu führen, dass ein verzögerter Transport von Fruktose durch den Dünndarm erfolgt. Davon sind ca. 36 % der Mitteleuropäer betroffen. Bei 50 % von ihnen können wiederum Beschwerden wie Blähungen, Bauchkrämpfe, Durchfall, Heißhunger auf Süßes und unter bestimmten Bedingungen depressive Verstimmungen festgestellt werden.

Das Besondere daran ist, dass vor allem die drei Beschwerden im Bundle: Durchfall, Heißhunger auf Süßigkeiten und Depressionen für Ärzte interessant sind. Stellt sich nur die Frage, warum das Risiko für Depressionen bei Fruktoseintoleranz-Patienten unter Umständen gesteigert sein kann.

Um das zu beantworten, müssen wir einen Blick in deinen Darm wagen. Fruktose, die nicht von deinem Darm aufgenommen wurde, tut sich mit der Aminosäure Tryptophan zusammen und wird ausgeschieden. Das Problem dabei ist, dass Tryptophan von deinem Körper benötigt wird, um Serotonin herzustellen. Fehlt es an dem Glückshormon, kann eine Depression entstehen.

Gut zu wissen!
Wenn du eine Laktoseintoleranz hast, ist es wahrscheinlich, dass bei dir auch eine Fruktoseintoleranz vorliegt. In Kombination kann sich eine Depression deutlich verschlechtern.

Nahrungsmittelunverträglichkeit: Diagnose

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist eine gründliche Diagnose sehr wichtig. Als erstes wird sich dein Arzt Zeit nehmen, um eine ausführliche Anamnese durchzuführen. Hier beleuchtet der Mediziner deine Beschwerden näher, die im Anschluss durch medizinische Tests abgeklärt werden.

Folgende Tests sind sinnvoll:

  • Wasserstoff-Atemtest
  • Bluttest, um den Histaminspiegel zu messen
  • Bluttest, um den Kupferspiegel zu bestimmen
  • Gendiagnostik, um genetische Ursachen für die Enzym-Fehlfunktionen aufzudecken 

Gut zu wissen!
Wahrscheinlich wird dein Arzt versuchen, die Nahrungsmittelunverträglichkeit von einer Nahrungsmittelallergie abzugrenzen. Das ist wichtig, da der Behandlungsplan dann anders gestrickt werden muss.

Ernährungstagebuch ist Gold wert

Du möchtest die Spurenanalyse und die Suche nach dem Verantwortlichen unterstützen? Dafür eignet sich ein Ernährungstagebuch wunderbar. Notiere darin mit Datum und Uhrzeit genau, was du gegessen hast und welche Symptome im Anschluss aufgetreten sind.

Auch die Begleitumstände sind für deinen Arzt interessant. Vielleicht hast du zur gleichen Zeit Medikamente eingenommen? Das ist eine Notiz wert.

So wird eine Nahrungsmittelunverträglichkeit behandelt

Wenn du unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidest, solltest du auf auslösende Nahrungsmittel und Getränke verzichten. Das setzt natürlich voraus, dass du genau weißt, welche Bestandteile von deinem Körper nicht verdaut werden können. Auch deshalb ist eine gründliche Diagnose sehr wichtig.

Mittlerweile gibt es verschiedene Produkte auf dem Markt, mit denen die Aufnahme von Gluten, Laktose und Co. vermieden werden können. Falls die Diagnose Nahrungsmittelunverträglichkeit feststeht, empfehle ich dir, dich mit allen kryptischen Ersatzbezeichnungen für deinen Übeltäter auseinanderzusetzen.

Die Zutatenliste auf Lebensmitteln ist nämlich nicht immer so auskunftsfreudig, wie sie sein sollte. Nehmen wir einmal das Beispiel Glutenunverträglichkeit.

Hier sollten folgende Angaben nicht auf der Zutatenliste stehen:

  • Gluten
  • Weizen / Weizenstärke
  • Gerste / Gerstenmalz / Gerstenmalzextrakt
  • Roggen
  • Bulgur
  • Hafer
  • Emmer
  • Dinkel
  • Weizenkleber
  • Grünkern
  • Einkorn
  • Kamut
  • Triticale
  • Weizeneiweiß
  • Seitan

Gut zu wissen!
Betroffene kennen sich in der Regel am besten mit ihrer Unverträglichkeit aus. Daher möchte ich dich dazu animieren, dich mit anderen Leidensgenossen auszutauschen. Das ist vor allem in sozialen Medien wie Facebook möglich. Hier gibt es spezielle Gruppen, die viele gute Tipps auf Lager haben.

Leaky Gut Syndrom wenn der Darm nicht richtig dicht ist

Quelle: Shutterstock

Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben zugenommen. Insbesondere histaminhaltige Nahrungsmittel oder solche, die Histamin freisetzen, machen immer häufiger Probleme. Doch woran liegt es, dass Lebensmittel scheinbar immer schlechter vertragen werden?

Hier kommt die Theorie der gestörten Barrierefunktion ins Spiel. Wenn die Barrierefunktion der Darmschleimhaut nicht mehr einwandfrei funktioniert, könnte das eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten, Fruktose oder Histamin sowie Milchzucker begünstigen.

Tatsächlich kann beobachtet werden, dass die Symptome in Verbindung mit einer zu durchlässigen Darmschleimhaut auftreten können. Verschiedene Faktoren stehen im Verdacht, einen durchlässigen Darm, der auch als Leakey Gut Syndrom bezeichnet wird, zu verursachen. Medikamente, Lebensmittelzusatzstoffe und Darminfekte können unter Umständen dafür verantwortlich gemacht werden.

Gut zu wissen!
Nahrungsmittelunverträglichkeiten können plötzlich auftreten. Vielleicht hattest du in der Vergangenheit nie nach einem bestimmten Lebensmittel Beschwerden, heute aber schon. Damit bist du nicht alleine.

Vorbeugen mit einer gesunden Lebensweise

Einer Nahrungsmittelunverträglichkeit lässt sich kaum vorbeugen. Schließlich sind viele Lebensmittelunverträglichkeiten entweder angeboren oder können auf die Enzymaktivität geschoben werden. Mediziner betonen jedoch, dass eine gesunde Lebensführung wichtig ist, auch mit Blick auf Unverträglichkeiten.

Dazu möchte ich dir gerne folgende Ratschläge ans Herz legen.

1. Vermeide Fertigprodukte

Fertigprodukte haben den entscheidenden Nachteil, dass sie häufig unerwünschte Zusatzstoffe beinhalten. Das kann der Darmschleimhaut zusetzen. Am besten kochst du frisch und nährstoffreich.

2. Bewege dich regelmäßig

Wenn du dich regelmäßig bewegst, kommt dein Stoffwechsel automatisch in Schwung und dein Immunsystem wird angekurbelt. Eine kleine Spazierrunde jeden Tag ist ein guter Anfang.

3. Trinke ausreichend

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät dazu, mindestens 1,5 l zu trinken. Flüssigkeit fördert Denkprozesse und schwemmt allergene Stoffe aus dem Organismus.

4. Entzündungen ausschalten

Entzündliche Prozesse spielen allergischen Reaktionen direkt in die Karten. Hier geht es nicht nur um die Beseitigung offensichtlicher Entzündungen, sondern auch um die Rücksichtnahme auf stille Entzündungen.

5. Stressfaktoren aufdecken

Stress setzt der Mikrokultur in deinem Darm zu. Das kann nützlichen Bakterien Untersuchungen zufolge zum Verhängnis werden. Lebe nach dem Motto: „Stressfaktoren erkannt, Gefahr gebannt.“

Geheimtipp: Probiotika für einen artenreichen Darm

Dein Darm ist kein Solokünstler. Er arbeitet gemeinsam mit anderen Organen daran, dein Wohlbefinden zu steigern. Trotzdem kann der Darm zurecht als Mittelpunkt deiner Gesundheit bezeichnet werden. Hier werden nicht nur Nährstoffe gewonnen, sondern auch Botenstoffe produziert.

Zudem gelingt im größten inneren Organ ein reger Austausch mit dem Immunsystem. Gute und schlechte Bakterien halten sich in der Regel die Waage. Medikamente wie Antibiotika, Infektionen und eine einseitige Ernährung können jedoch den Mikroorganismen-Mix aus dem Gleichgewicht bringen.

Wie bereits erwähnt, kann das auch eine Durchlässigkeit begünstigen, was wiederum mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Verbindung gebracht wird. Insbesondere Milchsäurebakterien sind wichtig, denn sie bilden kurzkettige Fettsäuren. Diese wiederum ernähren die Darmschleimhaut und halten sie intakt.

Probiotika bieten die Gelegenheit, Milchsäurebakterien aufzunehmen. Mit unserem Arktis BioPharma Startset bekommst du alles, was du für den Anfang benötigst. Sechs verschiedene Bakterienkulturen und das passende Präbiotikum, was die kleinen Helfer ernährt, ermöglichen den Startschuss, der zu mehr Wohlbefinden beitragen kann.

Quellen

  1. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2015-06/umfrage-magen-darm-beschwerden-bei-7-von-10-buergern/.
  2. https://www.karger.com/Article/PDF/326188
  3. https://www.zoeliakie-austausch.de/merkzettel-fuer-glutenfreies-einkaufen/
  4. https://www.mein-allergie-portal.com/histaminintoleranz/768-histaminintoleranz-salicylateintoleranz-leaky-gut-zusammenhaenge.html
  5. https://www.mikrooek.de/seminare/fachtagungen/das-mikrobiom-in-der-praxis/
Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

„Mir ist besonders wichtig, dass meine Leser etwas für ihren Alltag mitnehmen können“.

Ich bin Dipl. Gesundheitsökonomin und hauptberufliche Medizinjournalistin. In den letzten Jahren habe ich mich zunehmend auf den Bereich Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert und versuche mit meiner Art und lebensnahen Artikeln Leser zu begeistern.

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