Ein Reizdarm ist zickig und unzuverlässig. Patienten mit dem Reizdarm-Syndrom haben das Gefühl, von ihrem Darm im Stich gelassen zu werden. Schließlich macht er sich immer dann mit Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Druckgefühl bemerkbar, wenn es so gar nicht passt.

Gerne werden die unliebsamen Beschwerden auf die Psyche geschoben. Dabei gibt es noch eine Reihe anderer möglicher Ursachen, die für einen Reizdarm verantwortlich gemacht werden können. Wir werden uns heute populäre Ursachen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse ansehen. Ich zeige dir, dass ein Reizdarm keinesfalls nur ein Ausdruck einer belasteten Seele ist.

Keine Erklärung? Dann ist es die Psyche!

Häufig wird auf Faktoren wie Stress hingewiesen, wenn es um den Reizdarm geht. Einige Patienten wehren sich dagegen, schließlich wird, außer das Syndrom selbst, kaum etwas in ihrem Leben als stressig empfunden. Keine Frage, der Körper und die Psyche bilden eine Einheit. Allerdings ist das keine Einbahnstraße.

Mediziner konnten beispielsweise beobachten, dass eine Schilddrüsenunterfunktion ähnliche Beschwerden hervorruft, wie sie für eine Depression typisch sind. Wusstest du, dass selbst eine entzündete Zahnwurzel zu psychischen Symptomen führen kann? Antriebslosigkeit und sozialer Rückzug können die Folge sein. Das ist kein Humbug und lässt sich einfach erklären. Bestehen chronische Entzündungen im Körper werden im Gehirn bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet.

Diese wiederum sorgen für das typische Krankheitsgefühl. Der Patient macht das Bett zu seinem Lieblingsort. Eigentlich eine gute Idee, denn der Körper versucht mit viel Ruhe die Regeneration zu unterstützen. Wird die eigentliche Ursache nicht beseitigt, kann die falsche Diagnose gefällt werden. Der Reizdarm ist auch so ein Problemfall. Er wird häufig in eine Ecke gestellt und damit auch seine Träger.

Lange Zeit wurde angenommen, dass lediglich Nervosität, Stress und allgemeine Belastung die lästigen Beschwerden auslösen. Heute gibt es eine Vielzahl von vielversprechenden Erklärungsversuchen. Ein Darm kann also die Psyche belasten, andersherum ist das aber nicht immer der Fall.

Reizdarm: populäre Annahmen

Mit Blick auf den Reizdarm werden verschiedene Ursachen angenommen. Sehr wahrscheinlich ist, dass spezifische Auslöser Mechanismen im Darm anstoßen, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Schauen wir uns mal die Übeltäter an, die verdächtigt werden.

Reizdarm und psychische Faktoren

Alles auf die Psyche zu schieben, wäre zu einfach. Trotzdem kann der Zusammenhang zwischen der Darmflora und der Psyche nicht kleingeredet werden. Als erwiesen gilt, dass die Bakterienbesiedlung durch psychische Komponenten beeinflusst werden kann. Es gibt eine sogenannte Darm-Hirn-Achse.

Sie übernimmt die Regulierung des Hungergefühls und ist für den Appetit zuständig. Auch Emotionen und kognitive Mechanismen fallen in den Bereich der Darm-Hirn-Achse. Werden die Prozesse gestört, kann darunter auch das Verdauungssystem leiden.

Besonders interessant: Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass bis zu 60 % aller Reizdarm-Patienten mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben. Darunter Depressionen, Stress oder Ängste.

Reizdarm und Magen-Darm-Infektionen

Mediziner nehmen an, dass Magen-Darm-Infektionen einen Reizdarm begünstigen können. Bei der Infektionskrankheit sind die Schleimhäute im Magen und Dünndarm entzündet.

Das wiederum verursacht Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Einem Entzündungsgeschehen kommt bei dem Reizdarmsyndrom scheinbar eine übergeordnete Bedeutung zu. Dazu später mehr.

Reizdarm und gestörte Darmbewegungen

Dein Darm hat seinen eigenen Rhythmus. Dieser ist wichtig, um die Speisen weiter zu transportieren. Ein gereizter Darm kann aus dem Takt geraten. Das Ergebnis sind veränderte Darmbewegungen.

Diese wiederum können zu einer beschleunigten oder verlangsamten Verdauung führen. Hinzu gesellen sich Krämpfe im Bauch und schon ist der Dreifaltigkeit des Reizdarm-Syndroms genüge getan.

Reizdarm und Bakterien-Ungleichgewicht

Wissenschaftler konnten beobachten, dass Menschen mit einem Reizdarm einen veränderten Mikrokosmos im Darm haben. Scheinbar kommen bei Patienten einzelne Stämme häufiger vor.

Zudem kann die Artenvielfalt eingeschränkt sein. Es gibt viele Ursachen, die zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora führen. Nur einige Beispiele sind Stress, Antibiotika und Magen-Darm-Infektionen.

Forscher konnten aber noch eine weitere interessante Entdeckung machen. Bei einem Reizdarm können manchmal zu viele Bakterien im Dünndarm angesiedelt sein. Dort haben sie eigentlich nichts zu suchen. Aufgrund dieser Annahmen werden häufig Probiotika bei einem Reizdarm ins Spiel gebracht.

Aktueller Gesprächsstoff: Mikroentzündungen als Auslöser

Ich habe dir versprochen, dass wir noch einmal zurück zu der Ausgangstheorie gehen, dass Entzündungen etwas mit dem Reizdarm zu tun haben. Dafür spricht auch eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung. Dabei wurden verschiedene Einzelstudien analysiert. Beweise für kleine Entzündungen lieferten vermehrte Immunzellen und ein verminderter Gehalt an speziellen Substanzen wie Fettsäuren.

Als Ergebnis hielten die Autoren Hinweise fest, die darauf hindeuten, dass kleine Entzündungen im Darm und auf Nervenebene den Reizdarm auslösen und verschlimmern können. Immer mehr Mediziner unterstützen diese These und behandeln die Mikro-Entzündungen mit pflanzlichen Arzneimitteln. Womöglich könnten auch Omega-3-Fettsäuren sinnvoll sein.

Der neue Ansatz: genetische Faktoren

Das Reizdarm-Syndrom könnte auch genetisch bedingt sein. Klingt zwar komisch, aber es gibt einen Erklärungsversuch, der durchaus einleuchtend ist. Nehmen wir als möglichen Kandidaten das Enzym Sucrase-Isomaltase unter die Lupe. Es wird in den Mikrovilli hergestellt. Der lustige Name steht für fingerförmige Ausstülpungen in deiner Darmschleimhaut.

Sucrase-Isomaltase übernimmt eine wichtige Rolle in deinem Körper, denn es ist maßgeblich an der Verdauung von Kohlenhydraten beteiligt. Die Substanz könnte aber auch mit einem Reizdarm in Verbindung stehen.

Forscher vermuten, dass ein Mangel oder eine abgeschwächte Enzymleistung zu einem gereizten Darm führen. Für diese Erklärung spricht, dass Patienten mit einer kohlenhydratarmen Kost deutlich besser klarkommen. Für die Therapie eines Reizdarm-Syndroms könnte die Genetik sehr hilfreich sein.

Stell dir vor, dein Mediziner würde bei dir eine genetische Besonderheit nachweisen. Auf diese Weise könnten individuell auf dich zugeschnittene Diäten oder andere Therapieansätze empfohlen werden. Allerdings müssen diese Therapien noch entwickelt werden. Aber wie immer gilt: Nur wer weiß, worum es geht, kann auch gezielt behandeln.

Alltagsmedizin auf weißem Hintergrund mit Pflanzen

Quelle: Pixabay

Errungenschaften der Medizin auf den Alltag übertragen

Nun hast du ganz viel darüber erfahren, welche Übeltäter für einen Reizdarm in Betracht kommen. Genau an dieser Stelle stellt sich die Frage, was du davon in den Alltag mitnehmen kannst.

Da ein Reizdarm scheinbar so viele Ursachen hat, wie eine Medusa Schlangen statt Haare, gibt es viele Ansatzpunkte für dich.

1. Sorge für ausreichend Entspannung

Unabhängig davon, ob in deinem Fall Stress als Auslöser oder „Verschlimmerer“ in Betracht kommt, solltest du für ausreichend Entspannung sorgen. Schließlich führt der Reizdarm in jedem Fall zu Stresspotenzial.

Erforsche deine Gefühle (nicht nur für alle Star Wars Fans ein Muss), um zu spüren, wann eine Auszeit dringend notwendig ist. Am besten planst du dir 30 Minuten pro Woche fest ein, um Entspannungsmaßnahmen durchzuführen.

2. Hinterfrage deine Ernährung

Es gibt Lebensmittel, die bei einem Reizdarm nicht empfehlenswert sind. Das sind all jene, die das empfindliche Organ in Alarmbereitschaft versetzen.

Insbesondere Kohlenhydrate werden von Patienten häufig gemieden, um die lästigen Beschwerden zu bekämpfen. Vielleicht wäre das auch für dich eine Option.

3. Erkenne versteckte Störfelder

Nicht immer ist die Ursache offensichtlich. Wie bereits erwähnt, stehen Mikroentzündungen im Verdacht, einen Reizdarm auszulösen. Womöglich hast du sogar eine stille Entzündung (Silent Inflammation) in deinem Körper. Sie raubt dir und deinem Immunsystem die Kraft. Schließlich ist dein Organismus damit beschäftigt, gegen die kleinen Entzündungsherde anzukämpfen.

Da verschiedene Mikronährstoffe wichtig für die körpereigene Abwehr sind, macht es mitunter Sinn, einen Blutcheck beim Arzt durchzuführen. So können eventuell bestehende Defizite behoben werden.

Können Ursachen mit Nahrungsergänzungsmitteln bekämpft werden?

Einige Experten sind sich einig, dass ausgewählte Nahrungsergänzungspräparate dazu beitragen können, die Beschwerden bei einem Reizdarm abzumildern.

Nehmen wir zum Beispiel Vitamin D, es unterstützt die Immunabwehr und kann damit dein Wohlbefinden steigern. B-Vitamine sind wichtig, damit sich die Darmschleimhaut nach Entzündungen erneuern kann.

Omega-3-Fettsäuren können nachgewiesenermaßen Entzündungen im Körper reduzieren. Die Mikronährstoffmedizin ist daher nicht zu verachten. Wir möchten dir im Folgenden ein ganz besonderes Team vorstellen.

Gut zu wissen:
Nahrungsergänzungsmittel dürfen weder mit Heil- noch mit Wirkversprechen versehen werden.
Zudem sind sie kein Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung.

Team Probiotika + Präbiotika

Die beiden stiften nicht selten Verwirrung. Häufig werden sie sogar in den gleichen Topf geworfen. Dabei handelt es sich nicht um Synonyme, sondern um Helfer, die sich optimal ergänzen.

Zur Erklärung: Ein Probiotika enthält lebende Mikroorganismen, wie Milchsäurebakterien, die als wichtig für die Darmgesundheit angesehen werden.

Präbiotika hingegen stellen den Mikroorganismen „Futter“ bereit, damit sie gut gedeihen können.

Unsere Empfehlung: ARKTIBIOTIC COMPENS

Das ARKTIBIOTIC COMPENS enthält 9 vermehrungsfähige Bakterienkulturen, die deinen Darm up-to-date bringen. Obendrauf gibt es eine Extraladung Folsäure und Vitamin B12.

Das Pulver ist praktisch anzuwenden, es wird einfach in Wasser oder Saft eingerührt. Am besten trinkst du es vor dem Schlafengehen. Auf diese Weise erleichterst du dem Produkt die Magenpassage.

Unsere Ergänzung: AKAZIENFASERN | GROW

Nicht nur du, sondern auch deine Darmbakterien haben Hunger. Kein Wunder, denn sie sind rund um die Uhr im Einsatz, um dein Immunsystem stark zu machen.

Das solltest du mit dem richtigen Futter belohnen. Ausgewählte Ballaststoffe können den Appetit stillen. Wir empfehlen dir dafür unsere AKAZIENFASERN als Präbiotikum.

Das Pulver wird ganz einfach in Getränke oder Speisen gerührt und kann so deinen Bakterien unter die Arme greifen.

Quellen:

  1. https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/03/koerper-psyche-gefuehle-gesundheit/seite-4
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5530613/
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5453305/
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4051916/
  5. https://www.apotheken-umschau.de/Reizdarm
  6. https://digital.biermann-medizin.de/wp-content/uploads/magalone/191_k_gastro_i-3-36/pdf/full.pdf
  7. https://gut.bmj.com/content/67/2/263
  8. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71595/Reizdarmsyndrom-Studie-sieht-Genvariante-von-Verdauungsenzym-als-Ursache
Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

„Mir ist besonders wichtig, dass meine Leser etwas für ihren Alltag mitnehmen können“.

Ich bin Dipl. Gesundheitsökonomin und hauptberufliche Medizinjournalistin. In den letzten Jahren habe ich mich zunehmend auf den Bereich Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert und versuche mit meiner Art und lebensnahen Artikeln Leser zu begeistern.

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