In deinem Darm herrscht reges Treiben. Das ist auch gut so, denn durch die unglaublich vielen Mikroorganismen werden zahlreiche Körpervorgänge aufrechterhalten. Das Mikrobiom befindet sich aber nicht nur in deinem größten inneren Organ, sondern auch auf deiner Haut.

Wir widmen uns heute der interessanten Multikulti-Gesellschaft in deinem Organismus und lösen das Rätsel, wann das Mikrobiom eigentlich aufgebaut wird.

Was ist das Mikrobiom?

Erwischt! Du hast bei dem Begriff als erstes an deinen Darm gedacht. Tatsächlich befindet sich dort eine pulsierende Metropole voller winziger Wesen. Die guten Darmbakterien helfen dabei, Nahrungsbestandteile zu spalten und Krankheitserreger auf Abstand zu halten.

Das Superorgan kann aber noch mehr. Es stellt viele Substanzen her, die über deine Darmwand in den Blutkreislauf abgegeben werden. Sogar solche, die neurologisch aktiv sind. Schon mal etwas von Dopamin und Serotonin gehört? Die Glückshormone sorgen dafür, dass du gute Laune hast.

Deine Darmbakterien stellen Grundbausteine für die Neurotransmitter her. Dafür benötigen sie Nahrung und die Darmschleimhaut. Kein Wunder, dass wiederholt darauf hingewiesen wird, dass es eine enge Beziehung zwischen dem Gehirn und dem Mikrobiom gibt.

Gut zu wissen!
Der Begriff Mikrobiom fasst alle Mikroorganismen zusammen, die den Körper besiedeln können. Demnach befinden sich die praktischen Alltagshelfer nicht nur in deinem Darm.

Der Darm als Stammrevier? Weit gefehlt!

Es gibt einen guten Grund dafür, warum wir das Mikrobiom automatisch mit dem Darm in Verbindung bringen. Schließlich wissen wir mittlerweile, wie wichtig der Schutz der empfindlichen Flora ist.

Zahlreiche Erkrankungen werden in Zusammenhang mit einer ungünstigen mikrobiellen Zusammensetzung im Darm gebracht. Asthma, Allergien, Autismus, entzündliche Darmerkrankungen, Depressionen und Übergewicht sind nur wenige Beispiele.

Bei aller Liebe für den Darm, dürfen andere Körperareale aber nicht vergessen werden. Was ich eigentlich meine, ist das Ökosystem Haut. Bis zu 2 m² nennen Bakterien, Pilze und Viren ihr Zuhause.

Ich sehe dich schmunzeln. Das musst du nicht, denn die Kleinstlebewesen erfüllen einen wichtigen Zweck. Mehr noch, du lebst in Symbiose mit ihnen. Das bedeutet, sie geben dir etwas und du ihnen auch. Du versorgst die Mikroben auf deiner Haut mit abgestorbenen Hautzellen, Talg, Schweiß und Hautfetten – ein echtes Festmahl. Sie wiederum bilden eine Schutzschicht für deine Haut und halten dir schlechte Bakterien von der Pelle.

DIE SCHWANGERSCHAFT

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Vom Urknall bis zum Mikrobiom

Natürlich geht einem Mikrobiom kein Urknall im eigentlichen Sinne zuvor. Dennoch nimmt alles seinen Anfang in einer sehr frühen Phase des Lebens. Lass uns gemeinsam erforschen, wie sich die Bakterienkultur entwickelt.

1. Die Schwangerschaft

Es war einmal ein Mythos, wonach die Gebärmutter ein steriles Organ ist. Gut, an dieser Stelle muss ich ein wenig zurückrudern. Schließlich ist noch nicht zweifelsfrei bewiesen worden, dass jede Gebärmutter mit Mikroorganismen besiedelt ist. Wenn nicht, wäre das allerdings eine große Ausnahme. Forscher konnten nämlich feststellen, dass viele Spezies, unter anderem Schildkröten und Muscheln, ihre Mikroben an ihre Nachkommen weitergeben – und das, bevor sie überhaupt geboren werden.

Als das 19. Jahrhundert in das 20. Jahrhundert überging, prägte der französische Kinderarzt Tissier den Begriff „sterile Gebärmutter“. Einige Jahrzehnte später kamen aber ernsthafte Zweifel auf. Warum? Ganz einfach, bei Untersuchungen fiel auf, dass die Bakterien, die in der Vagina der Mütter nachgewiesen wurden, nicht dieselben waren, die sich in den ersten Wochen bei dem Säugling feststellen ließen.

Demnach müsste eine Besiedlung schon vor der Geburt stattfinden. Tatsächlich gibt es Studienergebnisse, wonach die Gebärmutter Bakterien enthält.

Übertragung von Darmbakterien in der Schwangerschaft

Die Besiedlung der Haut ist noch irgendwie vorstellbar, aber wie funktioniert das Ganze mit dem Darm? Nun, Forscher vermuten, dass während der Schwangerschaft Darmbakterien über die Plazenta sowie das Fruchtwasser von der Mutter an das Kind weitergegeben werden. Viel entscheidender scheint jedoch die Geburt zu sein.

2. Die Geburt

Wie gesagt, es gibt viel Diskussionsstoff, wenn es um die Entwicklung des menschlichen Mikrobioms geht. Trotz einzelner Ergebnisse, wonach der Bakterienmix der Mutter nicht zum Kind passt, wird weiterhin angenommen, dass die erste richtige Besiedlung während der Geburt stattfindet.

Das Baby schiebt sich dabei durch den Geburtskanal und nimmt auf diese Weise vorteilhafte Bakterien auf. Diese siedeln sich im Anschluss im Darm des neuen Erdenbürgers an. Mediziner nennen das auch die „erste Impfung“.

Übertragung von Darmbakterien während der Geburt

Interessanterweise bestimmt auch die Art der Geburt offenbar die Zusammensetzung der Darmflora. Die Gesellschaft der Mikroben enthält weniger Bifidobakterien und Laktobazillen, wenn das Kind per Kaiserschnitt die Welt erblickt.

Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, warum Kinder, die in einem Operationssaal geboren werden, häufiger mit Infektionen zu kämpfen haben. Fleißige Forscher untersuchen bereits, ob eine künstliche Besiedlung mit mütterlichen Kleinstlebewesen, auch als Vaginal Seeding bezeichnet, sinnvoll ist.

3. Die Ernährung

Jetzt sind wir da angekommen, wo es einfacher nachvollziehbar ist. Babys bekommen nach der Geburt entweder Muttermilch oder Säuglingsnahrung. Auch hierbei sind Unterschiede in der Darmflora zu erkennen. Die Fläschchennahrung führt laut Untersuchungen dazu, dass eine größere Anzahl von Kleinstlebewesen nachweisbar ist. Bifidobakterien stehen dabei aber nicht so stark im Vordergrund, wie bei gestillten Kindern.

Das bedeutet aber nicht, dass Babys ungesünder leben, die mit der Flasche aufwachsen. Spätestens wenn Beikost auf den Tisch kommt, verschwinden auch die Unterschiede.

Übrigens: Selbst im Erwachsenenalter kannst du das Wohlbefinden deiner Darmbakterien unterstützen, indem du eine darmfreundliche Ernährung bevorzugst. Zucker, Fast Food und stark verarbeitete Lebensmittel sollten Platz machen für frische Nahrung. Obst und Gemüse ist das, was die Mitbewohner täglich wollen.

Der Wohnort

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4. Der Wohnort

Klingt zu abstrakt? Aber nicht doch, Forscher konnten tatsächlich Hinweise darauf finden, dass der Wohnort einen Einfluss auf die Darmflora besitzt. Eine größere Mikrobenvielfalt zeigt sich bei jenen, die ländlicher leben. Das gilt übrigens auch für die Bauernhof-Kinder, denen häufig nachgesagt wird, dass sie ein geringeres Risiko für Allergien haben.

Vielleicht liegt es daran, dass in großen Städten Umweltgifte und ein hektisches Wuseln nicht wegzureden sind. Tatsächlich können die empfindlichen Mitbewohner darauf reagieren, wenn du ständig angespannt und gestresst bist.

5. Medikamenteneinnahmen

(Fast) jeder weiß, dass Antibiotika sich verheerend auf das Mikrobiom auswirken können. Sie reduzieren nicht nur krankmachende Erreger, sondern setzen auch nützlichen Darmbakterien zu. Die gute Nachricht ist, dass einmalige Antibiotika- Therapien genügend Raum geben, damit sich die prächtige Wohlfühlatmosphäre im Darm wieder erholt.

Stehen Antibiotika aber häufig auf dem Plan, kann sich das empfindliche Gleichgewicht im Darm dauerhaft verändern. Das gilt besonders dann, wenn der Körper emsig daran arbeitet, dass Mikrobiom aufzubauen. Kinderärzte raten deshalb dazu, Antibiotika nur dann zu verabreichen, wenn es keine Alternative gibt. Zu schützenswert sind die fleißigen Helfer im Darm.

6. Schluckimpfung

Hört, hört – bei der Entwicklung des Mikrobioms kann der Natur unter die Arme gegriffen werden. Bei Babys sind Schluckimpfungen eine gute Möglichkeit. Sie enthalten die gebündelte Power an günstigen Darmbakterien und können bei der Besiedlung mit guten Arten helfen.

Das kann vor allem für Kinder mit einem empfindlichen Verdauungssystem und bei Babys mit Drei-Monats-Koliken interessant sein.

Wann ist die Besiedlung abgeschlossen?

Es wird angenommen, dass im 3. Lebensjahr der Darm von Bakterien vollständig besiedelt wurde. Aber nur weil du in der Schule warst, bedeutet das ja nicht, dass du nie wieder lernst. So ähnlich ist es auch mit der Darmflora.

Sie unterliegt zahlreichen Einflüssen. Die Ernährung, Krankheiten oder Medikamenteneinnahmen können den Mitbewohnern das Leben schwer machen. Die Darmflora profitiert genau wie dein Gehirn ebenfalls davon, wenn sie regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht wird. Auf diese Weise können dringend benötigte Stämme vermehrt und Schwachstellen aufgefüllt werden.

Daher ist es wichtig, dass du gut acht auf dich gibst. Ein verantwortungsvoller Umgang mit deinen Darmbakterien kommt letztendlich auch deinem Wohlbefinden und deiner Gesundheit zugute.

ARKTIBIOTIC AKUT: Starthilfe für Darmbakterien

Nur keine Sorge. Auch wenn du das 3. Lebensjahr überschritten hast, kann sich deine Darmflora noch weiterentwickeln. Mit hochwertigen Präparaten kannst du deinem Körper gezielt günstige Bakterien zuführen.

Unser ARKTIBIOTIC AKUT enthält die hochaktive Spezialhefe „Sacharomyces boulardii“ und drei wissenschaftlich dokumentierte milchsäurebildende Bakterienkulturen.

Den Beinamen „Akut“ besitzt unser Produkt deshalb, weil es speziell für die Einnahme nach Antibiotikatherapien entwickelt wurde. Natürlich kann ARKTIBIOTIC AKUT auch während der Behandlung mit den bakterientötenden Medikamenten zum Einsatz kommen.

Ein ausgeklügeltes Konzept sorgt dafür, dass die Bakterien, die als günstig für die Gesundheit beurteilt werden, auch die Magendarmpassage überleben. Sie haben das Ziel, sich danach im Darm anzusiedeln und ihre Aufgaben zu erfüllen.

Wusstest du, dass auch Darmbakterien Hunger haben? Mit unserem Arktis Grow gibst du ihnen etwas auf den Löffel. 80 % lösliche Ballaststoffe befinden sich darin und dienen deinen Untermietern als Nahrung. Wie du siehst, hast du es – zumindest teilweise in der Hand- wie sehr das Leben in deinem Darm floriert.

Quellen

  1. https://www.apotheken-umschau.de/
  2. https://www.spektrum.de/news/entsteht-das-mikrobiom/
  3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24848255/
  4. https://jamanetwork.com/journals/jamapediatrics/
  5. https://www.pnas.org/content/
Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

„Mir ist besonders wichtig, dass meine Leser etwas für ihren Alltag mitnehmen können“.

Ich bin Dipl. Gesundheitsökonomin und hauptberufliche Medizinjournalistin. In den letzten Jahren habe ich mich zunehmend auf den Bereich Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert und versuche mit meiner Art und lebensnahen Artikeln Leser zu begeistern.

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