Mikrobiom im Wandel der Jahreszeiten: Gibt es saisonale Effekte?
Saisonale Effekte gibt es zuhauf – sie sorgen etwa für Energiespitzen im Frühjahr. Doch was ist mit dem Mikrobiom im Darm? Die Gemeinschaft aus Milliarden Mikroorganismen lebt eng verbunden mit unserem Stoffwechsel und unserer Ernährung. Wenn sich im Laufe des Jahres verändert, was wir essen, wie viel wir uns bewegen oder wie lange wir dem Tageslicht ausgesetzt sind, liegt der Verdacht, dass auch die Zusammensetzung der Darmflora schwankt. Wir prüfen gemeinsam, ob das tatsächlich so ist.
Welche saisonalen Effekte beeinflussen den Körper?
Saisonale Veränderungen haben einen starken Einfluss auf deinen Körper. Sie entstehen, weil das Licht, die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Ernährung im Jahresverlauf schwanken.
· Frühjahr: Im Frühling spürst du oft einen richtigen Energieschub, du bist voller Tatendrang und dein Geist fühlt sich klarer an. Das zunehmende Tageslicht regt die Serotoninproduktion an, hebt deine Stimmung und motiviert dich, aktiv zu werden. Gleichzeitig startet die Pollensaison, wenn du empfindlich bist, können jetzt Beschwerden auftreten. Dein Stoffwechsel passt sich langsam an die wärmeren Temperaturen an. Dadurch hast mehr Lust auf frisches Obst und knackiges Gemüse.
· Sommer: Im Sommer bekommt dein Kreislauf die Hitze zu spüren, dein Herz arbeitet etwas mehr. Durch das Schwitzen verlierst du Wasser und Mineralstoffe, aber dafür produzierst du jede Menge Vitamin D mithilfe der Sonne, was gut für deine Knochen, Muskeln und dein Immunsystem ist. Die langen Tage können deinen Schlafrhythmus durcheinanderbringen, gleichzeitig fühlst du dich oft glücklicher und bist motivierter, draußen aktiv zu sein.
· Herbst: Wenn die Tage kürzer werden, merkst du vielleicht, dass du müder bist – das liegt an der verstärkten Melatoninproduktion. Erkältungs- und Grippeviren machen jetzt deinem Immunsystem mehr Arbeit. Gleichzeitig verändert sich dein Appetit: Du greifst eher zu wärmenden, stärkeren Mahlzeiten und dein Stoffwechsel stellt sich auf die kühleren Temperaturen ein. Die Stimmung kann mal einen Dämpfer bekommen, bei manchen zeigt sich sogar eine kleine saisonale Depression. Mein Tipp an der Stelle: Mir hilft im Herbst und Winter eine Vitamin-D-Supplementation.
· Winter: Im Winter fehlen dir die Sonne und womöglich Vitamin D, das kann müde machen und die Antriebslosigkeit verstärken. Die Kälte belastet bei vielen Menschen den Kreislauf und die Gelenke. Zudem neigt der Stoffwechsel dazu, Energie zu speichern. Erkältungs- und Grippeviren verbreiten sich leichter und die langen Nächte beeinflussen deinen Schlafrhythmus – vielleicht geht es dir wie mir: Viel geschlafen und trotzdem müde. Bei einigen Menschen tritt eine regelrechte Wintermüdigkeit oder ein anhaltendes Stimmungstief ein.
Gut zu wissen!
Dein Körper passt sich dem Zyklus der Jahreszeiten an: Die Energie, die Stimmung, das Immunsystem und der Stoffwechsel folgen den natürlichen Rhythmen.
Kleiner Exkurs: Was ist das Mikrobiom?
Wenn wir vom Mikrobiom sprechen, meinen wir die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die in und auf unserem Körper leben – also Bakterien, Viren, Pilze und andere Kleinstlebewesen. Die meisten davon sind harmlos oder sogar nützlich. Das Mikrobiom gibt es nicht nur im Darm, sondern zum Beispiel auch auf der Haut, im Mund oder in den Atemwegen. Jede dieser „Mikro-Communitys“ beeinflusst unterschiedliche Bereiche deines Körpers: Auf der Haut schützen die Mikroben vor Krankheitserregern, im Mund helfen sie bei der Verdauung und der Immunabwehr.
Am bekanntesten und am intensivsten erforscht ist aber das Darm-Mikrobiom. Der Darm beherbergt Milliarden von Mikroben, die direkt auf deine Verdauung, dein Immunsystem und sogar deine Stimmung wirken können. Sie helfen, Nahrung zu zersetzen, Nährstoffe aufzunehmen und schädliche Keime in Schach zu halten. Ein gesundes Darm-Mikrobiom trägt also dazu bei, dass du dich insgesamt fitter und ausgeglichener fühlst. Veränderungen in der Zusammensetzung zum Beispiel durch Ernährung, Stress oder Medikamente können dagegen Verdauungsprobleme, Blähungen oder andere Beschwerden begünstigen.
Studien: Wie kann sich das Darm-Mikrobiom im Jahresverlauf verändern?
Das Mikrobiom in deinem Darm besitzt keine feste Zusammensetzung. Verschiedene Studien zeigen: Einige Bakterienarten sind im Sommer häufiger, andere im Winter. Auch die Vielfalt der Darmflora schwankt – im Sommer findet man tendenziell mehr verschiedene Arten. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten, belegten Ergebnisse aus Studien zusammen.
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Studie/Jahr |
Teilnehmer |
Was wurde gemessen? |
Sommer vs. Winter – belegte Ergebnisse |
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Davenport et al., PLoS ONE (2014) |
60 Erwachsene |
Stuhl‑Mikrobiom Winter vs. Sommer |
Bacteroidetes häufiger im Sommer, Actinobacteria niedriger im Sommer, Mikrobiom‑Diversität höher im Sommer als im Winter. |
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Jacobsen et al., American Journal of Gastroenterology (2025) |
21 Erwachsene |
14 Bakteriengattungen + Shannon‑Diversität |
Bifidobacterium saisonal stark verändert (mehr im Sommer), Bacteroides ebenfalls unterschiedlich, Prevotella nahm im Winter ab, Diversität war im Sommer höher. |
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Senina et al., MDPI (2024) |
15 gesunde Erwachsene |
Langzeit‑Analyse über 2 Jahre |
Saisonale Veränderungen bei sehr kleinen bakteriellen Anteilen (< 1,5 % der Community) in Actinobacteriota, Firmicutes und Proteobacteria. |
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American Gut Project (DDW 2023; große Citizen‑Science‑Daten) |
>18 000 Erwachsene (globaler Datensatz) |
Metadatenanalyse saisonaler Muster |
Proteobacteria: niedriger im Winter, höher im Sommer, verändernde Muster bei vielen Phyla. |
Wichtig: Diese Studien zeigen, dass es saisonale Muster im Darm‑Mikrobiom gibt, aber sie sind noch ein Forschungsfeld, das weiter untersucht werden muss. Die genauen Ursachen (Ernährung, Temperatur, Tageslicht usw.) werden meist vermutet und nicht immer direkt gemessen.
Warum unterliegt das Darm-Mikrobiom den Jahreszeiten?
Die Ursachen für saisonale Veränderungen sind komplex und greifen meist ineinander. Diese Faktoren könnten eine Rolle spielen:
Die Ernährung ändert sich mit den Jahreszeiten
Saisonale Lebensmittel (mehr frisches Obst und Gemüse im Sommer, mehr Konserven und warme Mahlzeiten im Winter) verändern die Zufuhr von Ballaststoffen, Vitaminen und Nährstoffen, die als Nahrung für bestimmte Mikroben dienen. Unterschiedliche Nahrungsbestandteile fördern jeweils andere Gruppen von Bakterien, was die Zusammensetzung des Mikrobioms beeinflusst.
Das Licht & Hormonlagen verändern sich
Das Tageslicht beeinflusst Hormone wie Melatonin und Cortisol, die nicht nur auf Stimmung und Schlaf einwirken, sondern auch darüber bestimmen, wie dein Körper mit Nährstoffen umgeht und wie der Stoffwechsel funktioniert. So kann sich indirekt auch das Mikrobiom verändern. Durch Licht‑ und Temperaturveränderungen passt du vielleicht auch deine Ess‑ und Aktivitätsmuster an.
Die Temperatur und Umweltbedingungen sind anders
Kälte oder Wärme können die Verdauung, den Energiebedarf und das Immunsystem verändern. Einige Bakterien bevorzugen bestimmte Umgebungsbedingungen und auch, wie schnell Nahrung durch deinen Darm wandert, kann temperaturabhängig sein.
Das Immunsystem ist mal mehr mal weniger gefragt
Im Winter sind Erkältungs‑ und Grippeviren häufiger und das Immunsystem ist stärker gefordert. Unser Immunsystem steht in engem Austausch mit dem Darm-Mikrobiom: Eine veränderte Immunantwort kann die mikrobiellen Gemeinschaften im Darm beeinflussen.
Saisonale Veränderungen: Tipps für dein Darm-Mikrobiom
Dein Darm-Mikrobiom reagiert auf die Ernährung, dein Bewegungsverhalten, die Menge an Tageslicht und ganz allgemein auf die Jahreszeit. Das bedeutet: Mit ein paar einfachen Anpassungen kannst du dafür sorgen, dass dein Darm zu jeder Jahreszeit fit bleibt.
1. Ernährung saisonal anpassen
- Sommer: Esse mehr frisches Obst, Gemüse und Ballaststoffe. Das unterstützt Bakterien wie Bacteroidetes und Bifidobacterium, die im Sommer tendenziell häufiger sind.
- Winter: Setze auf ballaststoffreiche, wärmende Mahlzeiten (Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Gemüse aus der Lagerung). Auch fermentierte Lebensmittel (Sauerkraut, Joghurt, Kefir) helfen, die Vielfalt zu erhalten.
- Generell: Achte darauf, möglichst abwechslungsreich zu essen, damit verschiedene Bakteriengruppen genügend Nahrung bekommen.
2. Bewegung & Licht einplanen
- Regelmäßige Bewegung fördert die Darmtätigkeit und kann die Mikrobenvielfalt steigern – probiere verschiedene Sportarten aus. So findest du heraus, woran du langfristig Freude hast.
- Im Sommer hilft dir viel Tageslicht, den Rhythmus zu stabilisieren und indirekt auch die Darmflora zu unterstützen.
- Achte im Winter auf ausreichend Licht, nutze eine Tageslichtlampe und mache regelmäßig Spaziergänge. Halte zudem deinen Schlafrhythmus stabil – so unterstützt du Hormone wie Melatonin, die ebenfalls Einfluss auf den Darm haben.
4. Probiotika & Präbiotika gezielt einsetzen
- Probiotische Lebensmittel oder Nahrungsergänzungen können helfen, bestimmte Bakteriengruppen zu stärken, besonders in Jahreszeiten, in denen sie natürlicherweise abnehmen – probiere doch mal ein Produkt aus unserer Serie aus.
- Binde präbiotische Ballaststoffe, etwa Hafer, Zwiebeln, Knoblauch und Bananen, in deinen Speiseplan ein. Sie dienen als Futter für die „guten“ Darmbakterien und fördern ihre Vielfalt.
5. Stress reduzieren
- Stress kann die Zusammensetzung des Mikrobioms negativ beeinflussen. Wie wäre es mit Entspannungstechniken, Yoga, Meditation oder einfach mehr Pausen im Alltag? Das hilft dir übrigens im gesamten Jahr.
Arktis Vita D3: Gut durch alle Jahreszeiten
Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Vitamin D über den Vitamin‑D‑Rezeptor Einfluss auf die Darmbarriere und antimikrobielle Mechanismen im Darm nimmt und damit indirekt das Darm-Mikrobiom unterstützt. Besonders im Winter reicht das Sonnenlicht aber für eine gute Versorgung mit Vitamin D nicht aus. Daraus kann sich ein Defizit ergeben. Probiere doch mal unser Arktis Vita D3 aus. Es liefert dir Tropfen für Tropfen 2.000 I.E Vitamin D, und zwar in MCT-Öl auf Kokosbasis. So unterstützt du dein Immunsystem, deine Knochen und möglicherweise auch deine Darmgesundheit. Natürlich gilt auch wie bei unseren anderen Produkten: Hier ist nichts drin, was nicht reingehört – keine Konservierungsmittel und keine Zusatzstoffe.
Quellen
Seasonal variation in human gut microbiome composition - PubMed
Official journal of the American College of Gastroenterology | ACG
Daily and seasonal fluctuations in the gut microbiome - Medical Conferences