Probiotika für die Reiseplanung: Wie Darmbakterien unterstützen können

Probiotika für die Reiseplanung: Wie Darmbakterien unterstützen können

Auf Reisen muss der Darm im wahrsten Sinne des Wortes viel verdauen: Ungewohnte Speisen, andere Trinkwasserqualitäten, Zeitverschiebungen, lange Anreisen und ein veränderter Tagesrhythmus können die Verdauung belasten. Für einige Menschen sind Probiotika deshalb die optimalen Travel-Buddys. Doch welchen Beitrag können die enthaltenen Darmbakterien tatsächlich leisten? In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Darmgesundheit vor und während der Reise unterstützen kannst.

 

Was setzt deinem Darm auf Reisen wirklich zu?

Dein Darm reagiert empfindlich auf Veränderungen und genau davon gibt es auf Reisen meist mehrere. Neue Lebensmittel und ungewohnte Gewürze bringen die Verdauung schnell aus dem gewohnten Rhythmus, vor allem wenn die Ernährung am Reiseziel deutlich anders aussieht als zu Hause. Dazu kommt der Kontakt mit fremden Keimen, etwa über andere Hygienestandards oder ungewohntes Trinkwasser, sie können die sensible Darmflora zusätzlich herausfordern.

Auch der veränderte Tagesablauf spielt eine Rolle: Vielleicht verschieben sich bei dir die Mahlzeiten oder du schläfst durch die Anreise und das Sightseeing weniger. Selbst positiver Urlaubsstress wirkt sich auf die Verdauung aus. All diese Faktoren, vor allem in Kombination, können dazu führen, dass dein Darm „zickt“.

 

Welche Beschwerden sind auf Reisen typisch und wie entstehen sie?

Rund 40 bis 60 % aller Reisenden haben während oder kurz nach einer Reise Verdauungsprobleme. Manche Betroffenen kämpfen mit Durchfall, andere mit Verstopfung. Doch was führt eigentlich zu den vielen Beschwerden?

·       Reisedurchfall: Durchfall auf Reisen kennt fast jeder, der schon mal weiter weg war. Fremde Keime wie enterotoxische E. coli treffen auf einen Darm, der mit diesen Erregern schlicht keine Erfahrung hat und schon geht's los: Wässrige Stuhlgänge, Krämpfe, Übelkeit, oft schon am zweiten oder dritten Reisetag. Besonders in Regionen mit anderen Hygienestandards – Teile Südostasiens, Lateinamerikas oder Afrikas – ist das Risiko höher. Das liegt nicht daran, dass das Essen dort schlechter ist, sondern weil dein Darm die lokalen Mikroben einfach nicht kennt.

·       Reiseverstopfung: Über Durchfall auf Reisen reden alle, über Verstopfung kaum jemand. Dabei kennen das viele: der Darm streikt einfach. Langes Sitzen, weniger Bewegung als gewohnt, unbewusst weniger trinken und obendrauf noch Reisestress – das alles erhöht den Cortisolspiegel und bremst die Darmbewegungen. Der Körper schaltet quasi in den Wartezustand.

·       Antibiotika unterwegs: Wer auf Reisen erkrankt, kommt manchmal nicht drum herum. Das zweigleisige Schwert: Breitbandantibiotika räumen im Darm gründlich auf – die guten Bakterien erwischt es dabei genauso wie die schlechten. Was danach kommt, können opportunistische Keime sein, die die Lücke füllen. Viele Menschen merken gar nicht, dass ihre Verdauungsprobleme noch Wochen nach der Reise eigentlich auf die Antibiotika-Einnahme zurückgehen.

·       Reisestress & geschwächte Abwehr: Schnupfen, Halskratzen und diese Erschöpfung, die sich nicht wegschlafen lässt – auf Reisen kennt das fast jeder. Der Zusammenhang mit dem Darm ist dabei größer als die meisten denken: Über 70 % deines Immunsystems sitzen dort. Gerät dein Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, fehlen wichtige Stoffe, die deine Schleimhäute schützen. Schlafmangel und der veränderte Tagesrhythmus machen es noch einfacher, krank zu werden.

 

Diesen Beitrag können Probiotika auf Reisen leisten

Probiotika sind lebende Mikroorganismen – meistens Bakterien, manchmal auch Hefen – die deinem Darm unterstützen sollen, wenn du sie in ausreichender Menge zu dir nimmst. Sie können sich in einem fein aufeinander abgestimmten Mikrosystem einfinden: dem Mikrobiom.

Dein Darm beherbergt Billionen von Bakterien, die zusammen dein Mikrobiom bilden. Dieses Ökosystem ist im Alltag meist ziemlich stabil, aber Reisen bringen es ins Wanken. Genau da kommen Probiotika ins Spiel. Sie liefern deinem Darm gezielt Bakterienstämme, die das Gleichgewicht stabilisieren, Schutzmechanismen stärken und fremden Keimen weniger Angriffsfläche lassen sollen. Sie konkurrieren mit schädlichen Keimen um Platz und Nährstoffe im Darm – weniger Platz für Erreger bedeutet weniger Chance, dass die sich festsetzen.

Außerdem regen bestimmte Stämme die Produktion von Stoffen an, die deine Darmschleimhaut schützen und das Immunsystem im Darm auf Trab halten. Und sie können helfen, den Darmrhythmus zu stabilisieren – was bei Jet-Lag-Verdauung oder stressbedingter Verstopfung ziemlich praktisch ist.

Gut zu wissen!

Für Reisezwecke sind vor allem Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämme sowie die Hefe Saccharomyces boulardii gut erforscht, dazu gleich mehr.

 

Was die Forschung zu Probiotika auf Reisen sagt

Die gute Nachricht: Probiotika bei Reisebeschwerden sind gut untersucht. Eine große Meta-Analyse, die 12 randomisierte Studien ausgewertet hat, kommt zu dem Ergebnis, dass Probiotika das Risiko für Reisedurchfall messbar senken können. Besonders überzeugend war die Wirkung von Saccharomyces boulardii sowie einer Kombination aus Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium bifidum.

Speziell zu Saccharomyces boulardii gibt es außerdem eine placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 3.000 österreichischen Reisenden, die eine deutliche Reduktion von Reisedurchfall zeigte – mit einem klaren Dosiseffekt und sehr guter Verträglichkeit.

Wer unterwegs Antibiotika nehmen muss, kann ebenfalls von Probiotika profitieren: Eine Meta-Analyse zeigt, dass Lactobacillus rhamnosus GG das Risiko für Antibiotika-assoziierten Durchfall fast halbiert: Von 22,4 % auf 12,3 %.

Eine neuere systematische Übersichtsarbeit aus 2024 bestätigt außerdem, dass bestimmte Stämme – darunter L. acidophilus, L. rhamnosus und S. boulardii – gezielt dabei helfen können, Reisedurchfall vorzubeugen.

 

So nutzt du Probiotika vor und auf Reisen

Wenn Probiotika dich vor und während Reisen begleiten sollen, beschäftigst du dich am besten mit dem richtigen Einnahmezeitpunkt und möglichen Stämmen. Meine folgende Tabelle gibt dir dabei eine Orientierung:

Phase

Wann?

Empfohlene Stämme

Einnahmedauer

Vor der Reise

2 Wochen vor Abreise

Lactobacillus rhamnosus GG, Bifidobacterium bifidum, Lactobacillus acidophilus

Mindestens 7 bis 14 Tage vor Abflug beginnen, damit sich die Stämme im Darm etablieren können

Während der Reise

Ab dem ersten Reisetag

Saccharomyces boulardii, Lactobacillus rhamnosus GG

Täglich während der gesamten Reise, besonders konsequent in den ersten Tagen am Zielort

Bei Antibiotika-Einnahme

Parallel zur Antibiotika-Kur

Saccharomyces boulardii, Lactobacillus rhamnosus GG

Zeitversetzt zu den Antibiotika einnehmen (mind. 2 Stunden Abstand), für die gesamte Kur-Dauer

Nach der Reise

Direkt nach Heimkehr

Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium bifidum, Lactobacillus rhamnosus GG

Noch 1 bis 2 Wochen weiterführen, damit sich die Darmflora vollständig erholen kann

 

Übrigens: Probiotika sind Nahrungsergänzungsmittel und ersetzen keine medizinische Behandlung. Wie gut sie wirken, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

 

Worauf du auf Reisen außerdem achten solltest

Probiotika sind eine gute Begleitung, die beste Aussicht auf Erfolg bekommst du, wenn du sie mit ein paar einfachen Gewohnheiten kombinierst.

  • Trinke am Reiseziel (Risikogebiete) ausschließlich abgefülltes oder abgekochtes Wasser – das gilt auch für Eiswürfel im Getränk und beim Zähneputzen.
  • Iss frisches Obst und Gemüse nur dann, wenn du es selbst schälen oder waschen kannst, da Keime besonders oft über rohe, ungeschälte Lebensmittel übertragen werden.
  • Achte darauf, deine Ballaststoffzufuhr auch unterwegs möglichst beizubehalten, denn ein ballaststoffarmer Speiseplan verlangsamt die Verdauung zusätzlich und schwächt das Mikrobiom.
  • Trinke während langer Flüge bewusst mehr als gewohnt, weil die trockene Kabinenluft deinen Schleimhäuten zusetzt.
  • Versuche deinen Schlafrhythmus am Zielort so schnell wie möglich anzupassen, da Schlafmangel die Diversität des Mikrobioms reduzieren kann.
  • Du musst Straßenessen nicht grundsätzlich vermeiden, aber achte darauf, dass die Speisen frisch und heiß zubereitet werden – durchgegarte Gerichte sind in der Regel unbedenklich.
  • Wasche dir regelmäßig und gründlich die Hände, besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang, das ist eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Reisedurchfall.

 

Was macht gechlortes Wasser mit deinem Mikrobiom?

In vielen Ländern wird Trinkwasser gechlort, um Krankheitserreger abzutöten, das ist sinnvoll und schützt vor Infektionen. Für dein Mikrobiom hat das aber eine Kehrseite: Chlor unterscheidet nicht zwischen schlechten und guten Bakterien. Wer regelmäßig gechlortes Wasser trinkt, nimmt damit also auch eine Substanz zu sich, die nützliche Darmbakterien beeinträchtigen kann.

Auf Reisen trifft das besonders zu, weil der Chlorgehalt je nach Land und Region stark variiert. In manchen Urlaubsregionen ist der Wert deutlich höher als in anderen.

Das bedeutet nicht, dass du gechlortes Wasser komplett meiden musst. Aber es ist ein guter Grund, unterwegs gezielt auf dein Mikrobiom zu achten. Probiotika können dabei helfen, das Gleichgewicht im Darm auch in solchen Phasen zu unterstützen.

 

Unsere Produktempfehlungen für Reisen

Je nachdem, was du unterwegs brauchst, haben wir bei Arktis BioPharma passende Optionen für dich:

Arktibiotic® Premium – dein Begleiter vor und nach der Reise. Das geschmacksneutrale Pulver kombiniert neun verschiedene Bakterienstämme mit Vitamin D3 und lässt sich einfach in Wasser auflösen. Ideal, um die Darmflora schon vor dem Abflug aufbauen und nach der Heimkehr wieder ins Gleichgewicht bringen zu können.

Arktibiotic® Akut – dein „Reiseapotheken-Klassiker“. Die praktischen Kapseln mit Saccharomyces boulardii und ausgewählten Milchsäurekulturen brauchst du nicht aufzulösen oder vorzubereiten – einfach schlucken, fertig. Genau das Richtige für unterwegs, wenn du keine Zeit für viel Aufwand hast.

Arktibiotic® Relief – für die empfindliche Verdauung oder wenn es mal akut wird. Die Kombination aus Saccharomyces boulardii und Bacillus subtilis (Mikrobe des Jahres 2023) ist besonders stabil und auch für sensible Menschen gut geeignet. Plus Vitamin D und Zink.

Quellen

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1477893905000918

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8486328/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26365389/

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1477893924000176

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