Schlaflos bei Hitze? Die besten Tipps zum Schlummern
Heiße Sommernächte können selbst gute Schläfer zur Verzweiflung bringen. Neben den bekannten Ratschlägen gibt es zahlreiche wissenschaftlich begründete Tricks, die kaum jemand kennt. Erfahre, warum eiskalte Getränke nicht immer die beste Idee sind, welche Rolle deine Körpertemperatur spielt und mit welchen einfachen Maßnahmen du auch bei heißen Temperaturen besser schlafen kannst.
Warum fällt uns das Einschlafen bei Hitze so schwer?
An warmen Sommerabenden fühlen sich viele Menschen müde und können trotzdem nicht einschlafen. Dafür ist vor allem die Temperaturregulation unseres Körpers verantwortlich. Damit wir zur Ruhe kommen, beginnt die Körperkerntemperatur bereits ein bis zwei Stunden vor dem Einschlafen langsam abzusinken. Gleichzeitig steigt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin an. Beide Prozesse gehören zu unserer inneren Uhr und helfen dem Körper, in den Schlafmodus zu wechseln.
Ist es im Schlafzimmer jedoch zu warm, kann der Körper überschüssige Wärme schlechter abgeben. Der natürliche Temperaturabfall wird erschwert, was das Einschlafen verzögern und zu einem unruhigeren Schlaf führen kann. Besonders in sogenannten Tropennächten, wenn die Außentemperatur auch nachts nicht unter 20 Grad Celsius sinkt, ist die Belastung für die körpereigene Temperaturregulation hoch.
Deshalb geht es bei Tipps gegen schlechten Schlaf bei Hitze nicht nur darum, das Schlafzimmer möglichst kühl zu halten. Entscheidend ist auch, den Körper dabei zu unterstützen, Wärme effektiv abzugeben. Doch nicht jede Empfehlung, die an heißen Tagen kursiert, hält das, was sie verspricht.
Was ist an den bekanntesten Schlafmythen bei Hitze dran?
Wenn es nachts heiß ist, greifen viele in die gleiche Trickkiste: Ein eiskaltes Getränk neben dem Bett, eine kalte Dusche vor dem Schlafen oder so wenig Kleidung wie möglich. Doch viele Tipps bringen weniger als gedacht oder schaffen nur kurzzeitig Verbesserung. Unsere Tabelle zeigt dir, was mit den Tipps im Körper wirklich passiert.
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Das hört man oft … |
Was steckt dahinter? |
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„Ich stelle mir einfach eine Flasche eiskaltes Wasser ans Bett – das kühlt mich von innen ab.“ |
Klingt logisch, funktioniert aber nicht ganz so einfach. Ein kaltes Getränk fühlt sich zwar erfrischend an, senkt die Körpertemperatur aber kaum. Viel wichtiger ist, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken, damit der Körper seine Temperatur regulieren kann. |
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„Je kälter das Schlafzimmer, desto besser schlafe ich.“ |
Ein kühles Schlafzimmer kann helfen, aber frieren solltest du nicht. Zu niedrige Temperaturen können den Schlaf ebenfalls stören. Entscheidend ist eine angenehme Raumtemperatur (zwischen 16 °C und 18 °C), bei der dein Körper nicht gegen Kälte oder Hitze arbeiten muss. |
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„Eine kalte Dusche vor dem Schlafen bringt mich runter.“ |
Eine eiskalte Dusche ist nicht unbedingt die beste Wahl. Der starke Kältereiz kann den Körper aktivieren. Eine lauwarme Dusche kann dagegen helfen, überschüssige Wärme abzugeben. |
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„Ein Ventilator macht die Nacht angenehmer.“ |
Ja, aber mit Einschränkungen: Er kühlt nicht die Raumluft, sondern sorgt vor allem dafür, dass Schweiß schneller verdunstet. Bei empfindlichen Menschen kann der dauerhafte Luftstrom trockene Augen oder gereizte Schleimhäute verursachen. |
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„Bei Hitze sollte man möglichst nackt schlafen.“ |
Kann angenehm sein, muss aber nicht. Ein leichter Schlafanzug aus atmungsaktivem Material kann Schweiß aufnehmen und die Wärmeabgabe unterstützen. Entscheidend ist, womit du dich wohlfühlst. |
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„Ein Glas Wein am Abend hilft beim Einschlafen trotz Hitze.“ |
Alkohol kann zwar müde machen, stört aber häufig die Schlafqualität. Gerade bei warmen Nächten kann er zusätzlich dazu beitragen, dass du häufiger aufwachst. |
Welche Tipps helfen wirklich bei hitzebedingten Schlafproblemen?
Immer die gleichen Tipps ohne nachhaltigen Kühleffekt? Nicht mit uns. Probiere doch mal was Neues aus, um dir die Nächte angenehmer zu machen.
1. Kühle gezielt Hände, Füße oder den Nacken:
Der Körper gibt Wärme vor allem über gut durchblutete Bereiche an der Körperoberfläche ab. Hände, Füße und der Nacken spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine kurze Kühlung dieser Stellen, zum Beispiel mit einem feuchten Tuch, kann sich besser anfühlen als den gesamten Körper stark herunterzukühlen. Wichtig ist, nicht mit extremen Temperaturen zu arbeiten: Der Körper kann auf starke Kälte mit einer Gegenreaktion reagieren.
2. Nutze den kühlenden Effekt von Menthol:
Menthol senkt die Körpertemperatur nicht tatsächlich, kann aber über spezielle Kälterezeptoren der Haut ein deutlich kühleres Gefühl erzeugen. Manche Menschen finden das sehr erfrischend bei Hitze. Geeignet sind unter anderem mentholhaltige Pflegeprodukte oder Düfte. Ich habe beispielsweise einen Kühlbalsam für die Beine aus der Drogerie zuhause. Wende die Sachen aber nur sparsam und nicht direkt auf empfindlichen Hautstellen an.
3. Probiere ein Kühlkissen oder eine kühlende Schlafunterlage aus:
Während der Nacht entsteht ein Wärmestau häufig dort, wo der Körper direkten Kontakt mit Matratze und Kissen hat. Spezielle Materialien können helfen, Wärme und Feuchtigkeit besser abzuleiten. Achte auf Herstellerangaben wie „Kühlendes Kissen“. Es gibt sogar extra Kälteauflagen, sie bestehen meist aus Gel, werden vorher ein paar Stunden in den Kühlschrank gelegt und können dann das Einschlafen erleichtern. Achtung: Bei empfindlichen Menschen kann das Liegen auf Kälteauflagen zu Kopfschmerzen führen, leg es also besser ins Kissen, sodass du nicht direkt mit dem Kopf darauf liegst.
4. Achte auf den richtigen Zeitpunkt zum Abkühlen:
Der Körper beginnt bereits vor dem Einschlafen, seine Temperatur abzusenken. Deshalb sind Kühlmaßnahmen am Abend meist sinnvoller als erst mitten in der Nacht, wenn du bereits überhitzt aufwachst. Ziel ist nicht eine möglichst starke Abkühlung, sondern den natürlichen Übergang in den Schlaf zu unterstützen.
5. Hilf deiner inneren Uhr mit Lichtmanagement:
Im Sommer sind die Abende länger hell. Helles Licht in den späten Abendstunden kann die Ausschüttung von Melatonin verzögern und den Schlafrhythmus beeinflussen. Dunkle Räume und weniger helles Licht in den letzten Stunden vor dem Schlafengehen helfen deinem Körper, sich auf die Nachtruhe einzustellen.
6. Nutze ruhige Atemtechniken, um den Körper herunterzufahren:
Hitze kann nicht nur körperlich belastend sein, sondern auch zu Unruhe führen. Langsames, bewusstes Atmen kann den Parasympathikus aktivieren, also den Teil des Nervensystems, der für Entspannung und Erholung zuständig ist. Besonders hilfreich sind Atemmuster mit verlängertem Ausatmen, da sie eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem haben können.
7. Wähle Materialien, die Wärme und Feuchtigkeit regulieren:
Nicht jede „kühle“ Bettwäsche hält, was sie verspricht. Entscheidend ist, wie gut ein Material Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Naturfasern wie Leinen oder spezielle Funktionsmaterialien sind für viele Menschen angenehmer, weil sie den Wärmestau an der Haut reduzieren.
Kann die richtige Ernährung deinen Schlaf bei Hitze unterstützen?
Auch beim Thema Essen und Trinken gibt es einige überraschende Zusammenhänge zwischen der Temperaturregulation und deinem Schlaf. Nicht nur die Menge an Flüssigkeit spielt eine Rolle, auch bestimmte Lebensmittel, Mineralstoffe und der Zeitpunkt der Aufnahme können beeinflussen, wie gut dein Körper mit Wärme zurechtkommt.
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Ein warmes Getränk kann bei Hitze sinnvoller sein als ein eiskaltes:
Das klingt zunächst widersprüchlich, aber sehr kalte Getränke sind nicht automatisch die beste Kühlstrategie. Sie senken die Körpertemperatur nämlich kaum, weil der Körper die Temperatur wieder ausgleichen muss. Ein warmes Getränk kann dagegen unter bestimmten Bedingungen die Schweißproduktion anregen und über die Verdunstung von Schweiß zur Kühlung beitragen. -
Wasserreiche Lebensmittel können die Flüssigkeitsversorgung über Stunden unterstützen:
Gurke, Melone, Beeren oder Salate bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und liefern zusätzlich Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Anders als eine große Trinkmenge kurz vor dem Schlafen geben sie Flüssigkeit über die Verdauung nach und nach ab. -
Kaliumreiche Lebensmittel können der Temperaturregulation helfen:
Kalium ist an der Flüssigkeitsverteilung im Körper beteiligt. Besonders bei starkem Schwitzen verliert der Körper neben Wasser auch Mineralstoffe. Lebensmittel wie Kartoffeln, Bananen, Hülsenfrüchte oder Gemüse können dir dabei helfen, die Versorgung über die Ernährung sicherzustellen. -
Ein kleiner Snack am Abend kann den Schlaf beeinflussen:
Wer bei Hitze weniger isst oder sehr spät eine große Mahlzeit auslässt, kann mit einem niedrigen Energieangebot ins Bett gehen. Kleine, gut verträgliche Snacks helfen dir, nicht hungrig einzuschlafen. Greif am besten zu Lebensmitteln mit einer Kombination aus komplexen Kohlenhydraten und Eiweiß. -
Scharfes Essen ist nicht automatisch schlecht bei Hitze:
Chili und andere scharfe Gewürze können über Capsaicin die Wärmeempfindung beeinflussen und die Schweißreaktion anregen. Bei einigen Menschen ist der kühlende Effekt über den Schweiß willkommen, andere stören sich daran. Probiere am besten aus, wie sich das für dich anfühlt.
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Quellen
Effects of thermal environment on sleep and circadian rhythm - PubMed