Chronischer Stress macht krank, das ist kein Geheimnis. Neu ist allerdings, wie stark das Stressempfinden mit unserem Immunsystem verknüpft ist. Doch ist Stress tatsächlich in der Lage, das Immunsystem zu schwächen? Wie reagieren Immunzellen, wenn dein Körper Stress ausgesetzt ist?

Ich möchte mit dir heute spannende Zusammenhänge erforschen. Außerdem verrate ich dir Tipps, die nicht nur dein Stresskonto entlasten, sondern auch dein Immunsystem stärken.

Wichtiger Mechanismus: Darum braucht dein Körper Stress

Der Begriff Stress ist sehr negativ behaftet. Schließlich fühlen wir uns überfordert, ausgelaugt und kraftlos, wenn wir gestresst sind. Eigentlich hat es die Natur aber gut mit dir gemeint, als sie das Stressempfinden ausgeteilt hat. Stress ist nämlich eine Reaktion deines Organismus auf eine Bedrohung.

Wir fühlen uns durch ihn nicht nur emotional und psychisch angespannt, sondern können bei kurzzeitigem Stress unglaubliche Leistungen erbringen. Er setzt Energiereserven frei und kurbelt den Stoffwechsel an. Außerdem sorgt Stress dafür, dass du besonders aufmerksam bist.

All diese Reaktionen sind wichtig, damit du in einer Gefahrensituation flüchten oder angreifen kannst. Genau an dieser Stelle ist der Knackpunkt. Die Situationen, in denen wir Stress empfinden, sind nicht wie früher, auf „echte“ Überlebenskämpfe begrenzt.

Mittlerweile begegnen wir ständig Stress: Beim Ehekrach, beim Job, sogar fernsehen versetzt uns in Stress. Doch wie wirkt sich das auf dein Immunsystem aus?

Exkurs: das unspezifische und spezifische Immunsystem

Bevor wir erforschen, wie Stress dein Immunsystem umhauen kann, lass uns ein paar wichtige Grundlagen wiederholen.

Deine körpereigene Abwehr besteht aus dem angeborenen (unspezifischen) und dem erworbenen (spezifischen) Immunsystem. Beide Systeme sind eng miteinander verknüpft und hindern Angreifer daran, Schäden in deinem Organismus zu verursachen. Außerdem verteidigen sie deinen Organismus gegen Zellen, die sich falsch entwickeln.

Für die komplexen Aufgaben fühlen sich ganz verschiedene Akteure verantwortlich: Fresszellen, Killerzellen, Mastzellen und Zytokine.

  • Das unspezifische Immunsystem: Diesen Teil der Abwehr bezeichnen Mediziner auch als angeborenes Immunsystem. Die Immunzellen, die zu diesem System gehören, sind die erste Front, auf die schadhafte Substanzen stoßen. Natürliche Killerzellen und Fresszellen kümmern sich hier um Viren, Bakterien und Pilze, die in dein Blut gelangen. Die großen Fresszellen, auch Makrophagen genannt, teilen außerdem der spezifischen Abwehr mit, dass sich Eindringlinge in deinem Organismus befinden.
  • Das spezifische Immunsystem: Im Gegensatz zum unspezifischen Immunsystem sind hier Spezialisten im Einsatz. Dadurch, dass das erworbene Immunsystem gezielter angreift, dauert der Kampf zwischen Gut und Böse hier etwas länger. Die spezifische Immunabwehr greift dabei auf T-Lymphozyten, B-Lymphozyten und Antikörper zurück. Das Besondere: Die spezifische Immunabwehr merkt sich die Angreifer und kann bei einem erneuten Kontakt viel schneller reagieren.

Das macht Stress mit deinem Immunsystem

Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann Stress schädlich für das Immunsystem ist. Forscher konnten in zahlreichen Studien belegen, dass vor allem langanhaltender Stress die Arbeit des Immunsystems ausbremst.

Zum Beispiel stellten Wissenschaftler fest, dass das Risiko an einer Infektion der oberen Atemwege zu erkranken, deutlich höher ist, wenn wir Stress ausgesetzt sind. [1] Außerdem kann Stress scheinbar die Wahrscheinlichkeit erhöhen, wiederholt Genitalherpes zu bekommen. [2]

Akuter Stress: Folgen für das Immunsystem

Wenn du für kurze Zeit Stress ausgesetzt bist, ist das sogar positiv für dein Immunsystem. In dem Fall werden viele Immunreaktionen in deinem Körper angestoßen – die weißen Blutkörperchen sind deutlich mobiler und schneller am Ort des Geschehens.

Außerdem kurbelt dein Organismus die Produktion von Immunzellen bei kurzzeitigem Stress an. Das alles macht dein Körper, um Schäden schnellstmöglich zu beseitigen.

Folgendes passiert bei akutem Stress:

  • das angeborene Immunsystem wird gestärkt
  • das erworbene Immunsystem wird ausgebremst
  • die Anzahl weißer Blutkörperchen erhöht sich
  • die natürlichen Killerzellen sind aktiver
  • die T-Lymphozyten-Teilung verlangsamt sich

Chronischer Stress: Folgen für das Immunsystem

Viele von uns erleben nicht nur ab und zu einen Stressmoment, sondern sind dauerhaft gestresst. Das hinterlässt auch Spuren am Immunsystem. Leidest du permanent unter Stress, setzt das sowohl dem angeborenen als auch dem erworbenen Immunsystem zu. Mediziner betonen, dass jeglicher Stress, der über Wochen bis Monate besteht, eine direkte Wirkung auf das Immunsystem hat. Das führen sie vor allem auf die produzierten Stresshormone zurück.

Immunzellen verlieren durch die permanente Stresseinwirkung die Freude daran, sich zu vermehren, um im Anschluss Eindringlinge zu eliminieren. Sogar die Antikörper-Menge in unserem Speichel reduziert sich.

Folgendes passiert bei chronischem Stress:

  • die Immunzellen-Anzahl im Blut reduziert sich
  • die T-Lymphozyten teilen sich langsamer
  • die natürlichen Killerzellen sind schläfriger
  • das Immunsystem verliert insgesamt an Schlagkraft [3]

Gut zu wissen!
Chronischer Stress kann sogar bestimmen, wie erfolgreich eine Impfung ist. Beobachtungen zufolge wirkt sich Stress auf die Anzahl der Antikörper und die T-Zellreaktion aus. So kann Stress in Verbindung mit der Influenzaimpfung zu einem reduzierten Impferfolg führen. [4]

Die Stimme des Immunsystems und die Stresswahrnehmung

Wusstest du, dass es ein eigenes Forschungsgebiet gibt, dass sich mit der Kommunikation zwischen Psyche, Immunsystem und Nervensystem beschäftigt? Die Rede ist von der Psychoneuroimmunologie. Noch vor einigen Jahrzehnten waren Ärzte davon überzeugt, dass dein Immunsystem völlig losgelöst von anderen Körpersystemen funktioniert. Mittlerweile ist klar, dass das Immunsystem eine eigene Stimme hat und mit anderen Bereichen im Körper kommuniziert.

Forscher haben herausgefunden, dass Immunzellen und Nervenzellen funktional miteinander vernetzt sind und so Informationen austauschen können. Das gelingt den Immunzellen deshalb, weil sie mit dem gleichen Rezeptor auf der Oberfläche ausgestattet sind wie die Nervenzellen.

Das könnte die Erklärung dafür sein, warum anstehende Prüfungen, anstrengende Tage im Büro oder tiefgreifende Verluste, wie der Tod eines Angehörigen, das Immunsystem aus der Bahn werfen.

Wie viel Stress verträgt das Immunsystem?

Stress ist leider unvermeidbar. Unser Alltag wird immer schneller, die Herausforderungen immer größer. Doch wie viel Stress können wir unserem Immunsystem wirklich zumuten, bevor es in die Knie geht? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir etwas tiefer einsteigen und herausfinden, was genau eigentlich passiert, wenn wir Stress ausgesetzt sind.

So reagiert dein Körper auf Stress: [5]

  1. Dein Organismus kommt mit einem Stressor in Berührung, das können Lärm, Verkehrstau oder Streitigkeiten sein.
  2. Dein Sympathikus wird aktiviert und versetzt deinen Organismus in eine höhere Reaktionsbereitschaft.
  3. Nun produziert dein Körper Stresshormone, die wiederum T-Helferzellen dazu anstiften, Zytokine zu bilden.
  4. Dadurch stößt dein Körper ein kurzzeitiges Entzündungsgeschehen an, um schadhafte Substanzen abzuwehren.
  5. Dein Organismus schüttet nun Cortisol aus, um die Entzündungsreaktion zurückzufahren (HPA-Achse).
  6. Nun produzieren B-Lymphozyten Antikörper.

Ganz schön viel, was dein Körper leistet, wenn er mit Stress in Berührung kommt. Problematisch wird es dann, wenn akuter Stress zu permanentem Stress wird.

Chronischer Stress kann nämlich die sogenannte HPA-Achse dauerhaft auf den Plan rufen. Sie sorgt dafür, dass dein Körper Cortisol freisetzt, um die gewünschte Entzündungsreaktion später wieder zurückzufahren. Ist sie ständig aktiviert, kann sie ermüden und so weniger Cortisol ausschütten. Somit können stressbedingte Entzündungen nicht mehr kontrolliert werden. Darunter kann schlussendlich auch das Immunsystem leiden. [5]

 Gut zu wissen!
Wie viel Stress ein Immunsystem verträgt, bevor es schwächelt, ist ganz unterschiedlich. Wichtig ist, dass der Stress nicht langanhaltend ist, also nicht über mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre besteht.

INTERVALLFASTEN – EINE WOHLFÜHLANLEITUNG

Quelle: Pexels

Weniger Stress – besseres Immunsystem: 3 Tipps

Ganz nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“, möchte ich dir einige Tipps an die Hand geben, mit denen du dein Immunsystem vor Stress bewahrst bzw. die Folgen abmilderst.

1. Schaue dir positive Inhalte an

Überall nur schlechte Nachrichten – egal, ob im Fernsehen, in sozialen Netzwerken oder im Radio. Interessant ist, dass wir Stress empfinden, wenn wir übermäßig viel schlechte Nachrichten konsumieren. Das konnten auch Forscher im Jahr 2013 belegen.

Sie untersuchten, wie sich die Berichterstattung über das Anschlagsgeschehen am Boston-Marathon auf die Studienteilnehmer auswirkte. Besonders interessant: Personen, die sich täglich 6 Stunden oder mehr mit der Berichterstattung zu dem Ereignis beschäftigten, fühlten sich akut gestresst. Sogar mehr, als diejenigen Menschen, die bei dem Angriff direkt vor Ort waren. [6]

Mein Tipp: Schalte die Mainstream-Medien ab und gönne dir einen digitalen Detox. Möchtest du nicht auf Medien verzichten? Dann gönn dir doch einfach eine spannende (positive) Dokumentation oder sehe zu, wie sich Menschen im TV verlieben.

2. Erforsche deine eigenen Stressoren

Was uns persönlich stresst, ist ganz unterschiedlich. Einige von uns reagieren vielleicht empfindlich auf nervtötende Menschen in ihrer Umgebung, andere hingegen stellen einen unerreichbaren Anspruch an sich selbst und verzweifeln jedes Mal, wenn sie die selbst gesteckten Ziele nicht erreichen. Finde heraus, welche Stressoren in deinem Leben eine Rolle spielen.

Mein Tipp: Schreibe deine Stressoren auf und entwickle Bewältigungsstrategien. Dein Arbeitgeber versetzt dich regelmäßig in Stress? Suche das Gespräch oder probiere aus, ob ein besseres Zeitmanagement präventiv wirkt.

3. Stärke dein Immunsystem

Machen wir uns nichts vor, selbst die besten Instrumente können Stress nicht vollständig verbannen. Damit dein Immunsystem nicht unnötig leidet, kannst du mit einigen Tricks vorbeugen. Zu einem guten Stressmanagement gehören Entspannungsübungen. Wie wäre es mit Yoga oder Meditation? Regelmäßiger, moderater Sport unterstützt ebenfalls das Immunsystem, genauso wie eine nährstoffreiche Ernährung.

Mein Tipp: Nährstofflücken kannst du mit qualitativ hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln füllen. Wie wäre es mit unserem erstklassigen HERBST/WINTER PAKET – FITNESS FÜR DEIN IMMUNSYSTEM? Das Set besteht aus Vitamin C, Vitamin E sowie Colostrum – alles, was ein Immunsystem in herausfordernden Zeiten benötigt.

Quellen

Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

"It is of particular importance to me that my readers can take something away with them for their everyday lives."

I am a graduate in health care management and a full-time medical journalist. In recent years, I have specialized in the field of nutritional supplements and try to inspire readers with my style and true-to-life articles.

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