Histamin ist eigentlich eine harmlose Substanz, die in deinem Körper und in Lebensmitteln auf natürliche Weise vorkommt. Bei einer Histaminose reagiert der Organismus aber überempfindlich auf das Gewebshormon – klassische Allergiesymptome entstehen.

Heute erforschen wir gemeinsam, woran du eine Histaminunverträglichkeit erkennst. Außerdem verrate ich dir, wie du im Alltag mit dem Phänomen umgehst.

Was ist Histamin?

Um zu verstehen, was deinen Körper in Alarmzustand versetzen kann, müssen wir uns die Substanz Histamin zunächst einmal näher ansehen. Schnell fällt auf, dass der körpereigene Stoff uns nicht feindlich gesinnt ist, sondern eine Menge Verantwortung übernimmt.

Histamin ist nämlich ein Gewebshormon, das in vielen Gewebearten vorkommt und dort wichtige Aufgaben erfüllt. Deine Haut, Lunge und dein Magen sowie Darm weist Histamin auf. Sogar im Zwischenhirn kommt die Substanz vor.

Folgende Aufgaben erfüllt Histamin im Körper: [1]

  • erweitert die Blutgefäße und steigert damit die Blutzufuhr
  • ist an Entzündungsprozessen beteiligt
  • steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus
  • ist für Allergiesymptome wie Quaddeln oder Blasen verantwortlich
  • führt zu einer Verengung der Bronchien
  • kurbelt die Bildung von Magensäure an

Gut zu wissen!
Die Einnahme von Medikamenten, Koffein oder Alkohol kann die Freisetzung von Histamin in deinem Organismus ankurbeln. Auch Gifte, Allergien oder Entzündungsgeschehen steigern den körpereigenen Histaminanteil. Ausgewählte Lebensmittel wie reifer Käse, Schokolade oder Rotwein enthalten zudem eine ordentliche Portion Histamin. [1]

Histamin im Körper

Dein Organismus ist also auf Histamin angewiesen, um verschiedene Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Besonders clever: Du kannst Histamin selbst herstellen. Dafür sind ausgewählte weiße Blutkörperchen, sogenannte Mastzellen, verantwortlich. Auch Thrombozyten, Neuronen oder Basophilen sind an der Histaminproduktion beteiligt.

Nach der Herstellung wird das Histamin in den Zellen gespeichert und erst bei Stimulation, zum Beispiel bei Kontakt mit einem Allergen, freigegeben. [2]

Histamin in Lebensmitteln

Lebensmittel enthalten Histamin, wenn darin vorhandene Bakterien die Aminosäure Histidin abbauen. Wenn du dich auf die Spurensuche begibst, wirst du schnell feststellen, dass vor allem leicht verderbliche tierische Nahrungsmittel Histamin enthalten. Dazu gehört vor allem Fisch, da er eine optimale Grundlage für die transformierenden Mikroorganismen bildet.

Das gleiche trifft auch auf Lebensmittel zu, bei denen Hersteller eine Fermentation anwenden. Hier wandeln Mikroorganismen das Ursprungsprodukt in das gewünschte Endprodukt um. Lebensmittel, die mit Fermentation gewonnen werden und Histamin enthalten, sind zum Beispiel Wurst, Käse, Hefeextrakt oder Sauerkraut. Auch alkoholische Getränke wie Wein oder Bier weisen Histamin auf.

Generell gilt: Je mehr Zeit die Mikroorganismen für die Umwandlung haben, desto höher der Histamingehalt. Deshalb hat zum Beispiel ein langsam reifender Emmentaler mehr Histamin als ein junger Gouda. Besonders interessant ist, dass selbst pflanzliche Nahrungsmittel wie Tomaten oder Spinat Histamin enthalten. [3]

Dann wird Histamin zum Problem

Normalerweise stellt Histamin kein Problem für unseren Körper dar. Das liegt daran, dass der Organismus clevere Mechanismen nutzt, um das Gewebshormon Histamin im Gleichgewicht zu halten.

  • Histamin-N-Methyl-Transferase: Dabei handelt es sich um ein Enzym, das im Inneren der Zelle „sitzt“. Es hat die Fähigkeit, Histamin direkt in der Zelle zu deaktivieren.
  • Diaminooxidase (DAO): Das Enzym ist für den Abbau von Histamin verantwortlich. Während sich Histamin-N-Methyl-Transferase um Histamin kümmert, dass sich innerhalb der Zelle befindet, baut DAO Histamin ab, dass sich außerhalb der Zelle aufhält.

Noch gibt es viele Geheimnisse rund um die Histaminintoleranz. Experten vermuten jedoch, dass bei Patienten eine angeborene oder erworbene Störung (Enzymmangel oder gestörte Enzymfunktion) zu der Histaminose und damit zu den Beschwerden führt. Das klingt plausibel, denn in dem Fall würde durch die körpereigene Produktion oder durch die Aufnahme von histaminhaltigen Lebensmitteln mehr von der Substanz anfallen, als der Körper mit seinen ausgeklügelten Mechanismen abbauen kann.

Histaminose Symptome auf einen Blick

Quelle: Pexels

Histaminose: Symptome auf einen Blick

Bei einer Histaminintoleranz können ganz verschiedene Symptome auftreten. Die Beschwerden machen sich dann bemerkbar, wenn im Körper zu viel Histamin vorliegt. Einen allgemeingültigen Grenzwert gibt es aber nicht. So kann ein Mensch relativ schnell auf eine zu hohe Histaminbelastung reagieren, ein anderer bekommt erst später die Symptome zu spüren.

Folgende Beschwerden können bei einer Histaminose auftreten: [4]

  • Pochender Kopfschmerz, Migräne
  • Hauterscheinungen wie Nesselausschlag oder Gesichtsrötungen
  • Juckreiz
  • Schwellungen, zum Beispiel an den Augen
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Herzrasen
  • Magen-Darm-Probleme wie Blähungen, Durchfall, aufgeblähter Bauch
  • niedriger Blutdruck
  • Atembeschwerden

Gut zu wissen!
Wenn du Beschwerden hast, die du nicht zuordnen kannst und deine Lebensqualität einschränken, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Zunächst kannst du dich an deinen Hausarzt wenden. Bei spezifischen Beschwerden wie Hauterscheinungen oder Juckreiz ist ein Dermatologe der richtige Ansprechpartner. Leidest du unter Atembeschwerden, kann ein Pneumologe den Ursachen auf den Grund gehen.

Achtung: Histaminose ist keine Allergie

Auch wenn die Symptome schnell für Verwechslungsgefahr sorgen – eine Histaminose ist keine Allergie. Experten bezeichnen sie als Pseudoallergie, weil hier keine überschießende Immunreaktion auf Histamin vorliegt. Stattdessen sorgt der Überfluss an Histamin selbst für die lästigen Beschwerden.

Übrigens: Frauen leiden öfter an einer Histaminintoleranz als Männer. Insbesondere, wenn sie die Menopause überschritten haben, können Sie auf das Gewebshormon empfindlich reagieren.  [4]

Diagnose: Wie wird eine Histaminose festgestellt?

Die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt bis heute keinen Test, der eine Histaminintoleranz eindeutig feststellt. Das und der Umstand, dass eine Histaminose zu breit gefächerten Symptomen führen kann, heizt die Diskussion zwischen Experten immer wieder an.

Während einige skeptisch sind, ob es eine Histaminintoleranz überhaupt gibt, sind andere fest davon überzeugt, dass eine Histaminose die unspezifischen Symptome auslösen kann.

Um Hinweise auf eine Histaminintoleranz zu finden, machen Ärzte folgendes:

  1. Anamnese: In einem ausführlichen Arzt-Patienten-Gespräch erkundigt sich der Mediziner nach deinen Beschwerden. Wann, wie und wie lange sie in Erscheinung treten, ist besonders wichtig. Mein Tipp: Führe einige Wochen vor dem Arztbesuch ein Ernährungsprotokoll und notiere, ob die Beschwerden nach dem Verzehr von speziellen Lebensmitteln auftreten.
  2. Laboruntersuchungen: Da es sich bei der Histaminose um keine „echte“ Allergie handelt, bildet dein Körper keine Abwehrstoffe. Entsprechende Blutuntersuchungen oder Hauttests machen also keinen Sinn. Stattdessen untersucht der Mediziner in deinem Blut den Gehalt an Histamin, DAO-Enzym und Vitamin-B6. Zur Erklärung: Ein Mangel an Vitamin B6 kann die Funktionsweise von DAO einschränken.
  3. Allergien testen: Eine Fructose-, Laktose- oder Glutenunverträglichkeit kann ähnliche Beschwerden hervorrufen. Deshalb kann dein Arzt verschiedene Allergietests anordnen.

Gut zu wissen!
Um mehr über deine Beschwerden und die Auslöser herauszufinden, kann dich dein Arzt bitten, ein Ernährungsprotokoll oder Symptomprotokoll zu führen.

Treten bei dir Hauterscheinungen im Zusammenhang mit histaminhaltigen Lebensmitteln auf, ist das ein wichtiger Hinweis. Eine Ernährungsumstellung kann zudem Aufschluss darüber geben, ob die Symptome nachlassen, wenn gewisse Lebensmittel von dem Speiseplan verschwinden.

Histaminose: Behandlung

Mediziner können mit zwei verschiedenen Maßnahmen auf eine Histaminunverträglichkeit reagieren: mit Vermeidungsstrategien (Ernährungsumstellung) und Medikamenten. Bei einer Histaminose ist deine Mitarbeit gefragt.

Mein Tipp: Setze dich mit dem Thema Histamin, dem Zusammenspiel mit dem Darm (dazu später mehr) und histaminhaltigen Lebensmitteln auseinander. So hast du eine gute Chance, deine Beschwerden bedeutend zu verringern.

1. Ernährungsumstellung

Im ersten Schritt wird dich dein Arzt dazu ermuntern, weniger Histamin aufzunehmen. Dazu gehört beispielsweise auf gereiften Käse, Gepökeltes oder Alkohol zu verzichten. In der Regel führt die Vermeidungsstrategie rasch zu einer Verbesserung der Symptome. Komplett auf Histamin zu verzichten, bedeutet nicht nur Stress, sondern ist auch fast unmöglich. Schließlich schwanken die Histamin-Werte in Lebensmitteln stark, zum Beispiel durch die Lagerung, Herkunft oder Verarbeitung.

2. Medikamente

Bestimmt hast du schon einmal etwas von den sogenannten Antihistaminika gehört. Sie werden eingesetzt, um Allergiebeschwerden zu lindern. Antihistaminika blockieren Histaminrezeptoren im Organismus, sodass sie ihre Wirkung nicht mehr entfalten können. Die Einnahme macht dann Sinn, wenn du den Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel nicht durchziehen kannst, zum Beispiel im Urlaub oder während eines Besuchs im Restaurant.

Wichtig: Die Histaminrezeptoren-Blocker eignen sich nicht als Dauerlösung. Ein Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel ist immer empfehlenswert. Wurde bei dir ein Diaminoxidase-Mangel festgestellt? Dann kannst du das Enzym mittels DAO-Kapseln einnehmen.

ARKTIBIOTIC SENSITIVE von Arktis BioPharma

Wusstest du, dass Histamin eng mit dem Schicksal von ausgewählten Bakterienkulturen verknüpft ist? Die Rede ist von Mikroorganismen, die sich in deinem Darm befinden. Einige von ihnen stellen Histamin her. Andere hingegen ernähren sich von Histamin und tragen so dazu bei, dass der Histamingehalt sinkt.

Wir von Arktis Biopharma haben uns damit beschäftigt, welche darmfreundlichen Bakterienkulturen positiv auf den Histaminspiegel einwirken. Herausgekommen ist unser Arktibiotic® SENSITIVE, dass ausgewählte Bakterienkulturen vereint.

Folgende Bakterienkulturen enthält unser Arktibiotic® SENSITIVE:

  • Bifidobacterium infantis CNCM I-5090
  • Bifidobacterium longum CNCM I-5097
  • Lactobacillus rhamnosus CIRM-BIA113
  • Lactobacillus gasseri CNCM I-5076
  • Lactobacillus salivarius CNCM I-4912
  • Lactobacillus reuteri CIRM-BIA 929

Die Bakterienkulturen können mithilfe ihrer Stoffwechselprodukte den Histaminspiegel ins Gleichgewicht bringen. Außerdem sollen sie die Produktion von Histamin ausbremsen und die Fehlinformationen ans Nervensystem unterbrechen.

Besonders praktisch: Unser Arktibiotic® SENSITIVE ist ein Produkt in Pulverform. Du rührst es einfach in kalte oder lauwarme Flüssigkeit ein und trinkst es vor einer Mahlzeit.

Quellen

Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

"It is of particular importance to me that my readers can take something away with them for their everyday lives."

I am a graduate in health care management and a full-time medical journalist. In recent years, I have specialized in the field of nutritional supplements and try to inspire readers with my style and true-to-life articles.

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