Darmsanierung beim Hund: 3 Schritte zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Darmflora

Darmsanierung beim Hund: 3 Schritte zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Darmflora

Wenn dein Hund immer wieder mit einer empfindlichen Verdauung reagiert, zum Beispiel mit Blähungen, wechselnder Kotkonsistenz, Durchfallneigung, Verstopfung oder Bauchgrummeln lohnt sich ein genauer Blick auf den Darm. Denn eine stabile Darmflora spielt eine wichtige Rolle für Verdauung, Nährstoffverwertung und das allgemeine Wohlbefinden.

Mikrobiom, Probiotika und Präbiotika einfach erklärt

Rund um die Darmgesundheit begegnen einem viele Begriffe. Besonders häufig ist vom Mikrobiom, von Probiotika und Präbiotika die Rede. Doch was steckt dahinter?

Mikrobiom

Das Mikrobiom ist eine Lebensgemeinschaft aus Mikroorganismen. Im Darm spricht man vom intestinalen Mikrobiom, das häufig auch als Darmflora bezeichnet wird. Dazu gehören unter anderem Bakterien, die an Verdauungsprozessen beteiligt sind. Man kann es sich wie ein empfindliches Ökosystem vorstellen: Erwünschte Darmbakterien sollten ausreichend vorhanden sein, damit das Gleichgewicht im Darm stabil bleibt.

Probiotika
Probiotika enthalten lebende Mikroorganismen, die gezielt zur Stabilisierung der Darmflora eingesetzt werden können. Bei Heimtieren kommen hierfür zugelassene Mikroorganismen wie bestimmte Enterococcus-faecium- oder Laktobazillen-Stämme zum Einsatz.

Präbiotika
Präbiotika sind Nährstoffe für erwünschte Darmbakterien. Dazu gehören bestimmte lösliche Ballaststoffe, zum Beispiel Akazienfasern, Inulin oder Pektine.

 

Warum der Darm so wichtig ist

Bei Hunden ist es ähnlich wie bei uns Menschen: Der Darm spielt eine zentrale Rolle für Verdauung, Nährstoffverwertung und das allgemeine Wohlbefinden. Auch die Ernährung hat einen großen Einfluss darauf, welche Mikroorganismen sich im Darm besonders gut entwickeln können.

Eine ausgewogene Darmflora kann unter anderem eine Rolle spielen für:

  • die Verdauung und Nährstoffverwertung
  • die Kotbeschaffenheit
  • die Verträglichkeit des Futters
  • das ernährungsphysiologische Gleichgewicht im Darm
  • die natürliche Barrierefunktion der Darmschleimhaut
  • das allgemeine Wohlbefinden

Nicht jedes Futter liefert gleichermaßen fermentierbare Ballaststoffe und darmrelevante Nährstoffe. Wird das empfindliche Ökosystem im Darm dauerhaft belastet, kann sich das zum Beispiel durch eine empfindliche Verdauung, wechselnde Kotqualität oder eine erhöhte Futterempfindlichkeit bemerkbar machen.

Eine gezielte ernährungsphysiologische Unterstützung kann helfen, den Darm zu begleiten und die Darmflora sinnvoll zu unterstützen.

 

Wann kann eine Unterstützung der Darmflora sinnvoll sein?

Eine gezielte Unterstützung des Darms kann insbesondere dann interessant sein, wenn der Verdauungstrakt vorübergehend besonders gefordert war oder ist.

Das kann zum Beispiel der Fall sein:

  • nach Futterumstellungen
  • nach Antibiotikagaben
  • nach Wurmkuren oder Medikamentengaben
  • bei empfindlicher Verdauung, zum Beispiel Blähungen oder wechselnder Kotqualität
  • in Stressphasen
  • zur ernährungsphysiologischen Begleitung der Darmflora

Auch nach Infekten, Operationen oder längeren Belastungsphasen kann es sinnvoll sein, den Darm gezielt zu unterstützen. Bei bestehenden Erkrankungen, anhaltendem Durchfall, Blut im Kot, Erbrechen, Fieber, Schmerzen oder Gewichtsverlust sollte jedoch immer tierärztlich abgeklärt werden, was die Ursache ist.

 

Darmflora beim Hund in 3 Schritten unterstützen

Bei der Darmsanierung geht es nicht darum, den Darm „leerzuräumen". Vielmehr sollten Schleimhaut, Ballaststoffversorgung und Darmflora sinnvoll zusammengedacht werden.

Begleitend kann auch eine Anpassung der Fütterung hilfreich sein. Je nach Hund kommen hochwertiges Nassfutter, gekochte Rationen, BARF oder die gezielte Ergänzung mit geeigneten Ballaststoffen infrage. Wichtig ist immer, dass die Fütterung zum Tier, zur Verträglichkeit und zur aktuellen Situation passt.

Schritt 1: Colostrum – zur Unterstützung der Schleimhäute

Colostrum, auch Erstmilch genannt, enthält von Natur aus Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und bioaktive Bestandteile. Es wird von Säugetieren in den ersten Stunden nach der Geburt gebildet und dient dem Neugeborenen als besonders nährstoffreiche Erstversorgung.

In der ernährungsphysiologischen Begleitung von Hunden kann Colostrum vor allem dann interessant sein, wenn Schleimhäute und natürliche Abwehrfunktionen unterstützt werden sollen.

Das von Arktis Vetcare verwendete Colostrum stammt aus der EU und wird aus Überschussmengen gewonnen, die vom Kalb nicht benötigt werden.

Arktis Vetcare Colostrum – zur ernährungsphysiologischen Unterstützung von Schleimhaut und natürlichen Abwehrfunktionen.

Schritt 2: Akazienfasern – Futter für gute Darmbakterien

Erinnern Sie sich noch an den Begriff Präbiotika? Präbiotika dienen erwünschten Darmbakterien als Nährstoffquelle.

Akazienfasern liefern einen hohen Anteil löslicher Ballaststoffe. Diese dienen nützlichen Darmbakterien als Nährstoffquelle und können dazu beitragen, die natürliche Darmflora ernährungsphysiologisch zu begleiten und die Ballaststoffversorgung sinnvoll zu ergänzen.

Gerade bei sensiblen Hunden sind gut verträgliche Ballaststoffe besonders interessant, da sie sanft in die tägliche Fütterung integriert werden können.

Arktis Vetcare Grow – Akazienfasern als präbiotische Ballaststoffquelle zur Unterstützung einer ausgewogenen Darmflora.

Schritt 3: Probiotika – gezielte Unterstützung der Darmflora

Im dritten Schritt steht die mikrobielle Besiedlung des Darms im Fokus. Probiotische Ergänzungsfuttermittel liefern ausgewählte Mikroorganismen, die zur Stabilisierung der Darmflora beitragen können.

Die Auswahl eines geeigneten Probiotikums sollte immer zur Tierart passen.

Für Hunde bietet Arktis Vetcare mit Probiovet® eine Kombination aus ausgewählten Bakterienkulturen als Darmflorastabilisatoren und Topinambur als präbiotischer Komponente zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Darmflora-Balance.

Detailliertere Informationen über uns und unsere Produkte finden Sie auf unserer Webseite bzw. unter den Produktlinks im Text.

 

Viele Kombinationsmöglichkeiten – ein Ziel

Bei der Auswahl von Futterergänzungen ist die Berücksichtigung individueller Faktoren sehr wichtig. Deshalb sollte eine Darmsanierung immer an die jeweilige Situation angepasst werden.

Alter, Fütterung, Beschwerden, Medikamentengaben, Stress, Vorerkrankungen und gegebenenfalls ein Kotprofil können wichtige Hinweise geben. Je nach Bedarf können Colostrum, Akazienfasern und Probiotika einzeln oder kombiniert eingesetzt werden.

Ziel ist eine sinnvolle ernährungsphysiologische Begleitung des Darms abgestimmt auf den jeweiligen Hund.

 

Quellen

1. Coelho LP, Kultima JR, Costea PI, et al.
Similarity of the dog and human gut microbiomes in gene content and response to diet.
Microbiome. 2018; 6:72. DOI: https://doi.org/10.1186/s40168-018-0450-3

2. Pilla R, Suchodolski JS.
The Gut Microbiome of Dogs and Cats, and the Influence of Diet.
Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice. 2021;51(3):605–621.
DOI: https://doi.org/10.1016/j.cvsm.2021.01.002

3. Grześkowiak Ł, Endo A, Beasley S, Salminen S.
Microbiota and probiotics in canine and feline welfare.
Anaerobe. 2015;34:14–23. DOI: https://doi.org/10.1016/j.anaerobe.2015.04.002

Zurück zum Blog