Du bist gefühlt ständig erkältet, während eine bestimmte Person in deinem Umfeld praktisch nie krank wird. Woran liegt es, dass manche von uns viel häufiger mit Infekten zu kämpfen haben als andere?

Ich verrate dir heute, wie viele Infekte im Jahr normal sind und wie der Lebensstil dein Abwehrsystem beeinflusst.

Wie viele Infekte sind im Jahr normal?

Dein Körper ist ständig krankheitserregenden Keimen ausgesetzt. Damit diese keinen Schaden in deinem Organismus anrichten, arbeitet dein Immunsystem auf Hochtouren. Mit äußeren Barrieren (Schleimhaut und Haut) und inneren Barrieren (nützliche Mikroorganismen, Schleim, Magensäure usw.) schafft es dein Körper, viele von ihnen auszusortieren. Allerdings gelingt das nicht immer. Es ist völlig normal, dass du in unregelmäßigen Abständen erkältet bist.

  • Bis zu fünf Erkältungen im Jahr sind bei Erwachsenen normal. [1]
  • Bis zu acht Infekte, darunter Mandelentzündungen, Magen-Darm-Infekte und Erkältungen, sind bei Kindern normal. [1]

Doch warum sind die Kleinsten von uns so viel öfter krank? Das liegt daran, dass das kindliche Immunsystem erst dazulernen muss. Die sogenannte mütterliche Leihimmunität, auch Nestschutz genannt, besteht ab der Geburt und schützt das Baby in den ersten 6-9 Monaten vor vielen Infekten. Danach ist das Immunsystem auf sich selbst gestellt. Bis das Immunsystem ausgereift ist, schlagen sich Babys und Kinder häufig mit Schnupfnasen, Husten und Co. herum.

Schwächelndes Immunsystem oder Immunschwäche?

Wer häufig erkrankt, ist verunsichert. Vielleicht stellst auch du dir die Frage, ob mit deinem Immunsystem alles stimmt. Neben einem schwächelnden Immunsystem können schließlich auch Immundefekte für die häufigen Krankheitstage sorgen. Mediziner unterscheiden hier primäre Immundefekte von sekundären Immundefekten.

1. Primäre Immundefekte

Primäre Immundefekte sind genetisch bedingt und somit angeboren. Meistens äußern sie sich bereits im frühen Kindheitsalter – die betroffenen Kinder sind dann ungewöhnlich häufig krank. Schätzungen zufolge leidet eines von 100.000 Kindern an einem primären Immundefekt. [2]

Auch Patientenregister können Auskunft darüber geben, wie häufig primäre Immundefekte in der Gesellschaft vorkommen. Register in anderen Ländern haben beispielsweise gezeigt, dass die Zahl der Erkrankten deutlich höher liegen kann. Daten aus Australien und Neuseeland lieferten Hinweise auf eine Prävalenz von 12,4 pro 100.000 Einwohnern. [3]

Mediziner unterscheiden rund 100 verschiedene Störungen in Abhängigkeit davon, welche Immunsystem-Komponente fehlt oder defekt ist:

  • Humorale Immunität (Defekte der B-Zellen)
  • Zelluläre Immunität (Störung der T-Zellen)
  • Kombinierte humorale und zelluläre Immunität (Beeinträchtigung der B-Zellen und T-Zellen)
  • Fresszellen
  • Komplement-Proteine (einzelne Komplementkomponenten oder Inhibitoren sind beeinträchtigt)

2. Sekundäre Immundefekte

Es gibt auch Immundefekte, die erworben sind, also im Laufe des Lebens auftreten. Sie werden durch Erkrankungen oder Behandlungen ausgelöst. Ein Patient kann beispielsweise eine ausgeprägte Immunschwäche durch Diabetes, eine HIV-Infektion oder Unterernährung zeigen. Auch Therapien, die das Immunsystem unterdrücken, wie die Strahlen- oder Chemotherapie, schränken die Leistungsfähigkeit der körperlichen Abwehr ein.

Nicht zuletzt können auch ältere Menschen oder solche, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, unter einem sekundären Immundefekt leiden.

Gut zu wissen!
Ärzte behandeln sekundäre Immundefekte, indem sie die zugrunde liegende Krankheit bzw. Ursache ermitteln und therapieren. Damit haben Patienten die Chance, dass ihr Immunsystem im Anschluss wieder optimaler funktioniert.

Ständig krank, wann zum Arzt?

In manchen Fällen ist es sinnvoll, das Immunsystem näher unter die Lupe zu nehmen. Nämlich dann, wenn ein konkreter Verdacht besteht, dass die Funktionsweise des Immunsystems beeinträchtigt ist.

Mit folgenden Fragen bekommst du eine Einschätzung davon, ob dein Immunsystem womöglich beeinträchtigt ist:

  • Bist du häufiger als fünfmal im Jahr krank?
  • Nehmen die Infekte einen schweren Verlauf?
  • Dauern die Infekte sehr lange oder sind womöglich chronisch?
  • Fühlst du dich auch nach der Genesung nicht vollkommen gesund?
  • Erkrankst du häufig an den gleichen Erregern?
  • Werfen dich harmlose Erreger komplett aus der Bahn?

Hält dein Arzt nach der Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und einer körperlichen Untersuchung eine weitergehende Beratung für sinnvoll, kannst du dich an ein Immundefektzentrum wenden. Diese haben sich auf die Diagnostik und Therapie von Immundefekten spezialisiert.

Wichtig zu wissen: Es gibt gezielte Therapien und Schutzimpfungen, die für immungeschwächte Patienten sinnvoll sind.

5 Gründe für ein schwaches Immunsystem + Tipps

Quelle: Pexels

Geschwächtes Immunsystem: häufige Ursachen

Viel häufiger als echte Immundefekte sind harmlose Ursachen. Einen sehr entscheidenden Anteil übernehmen unsere Lebensgewohnheiten.

Wer häufig Alkohol oder Nikotin genießt, sich ständig Stress aussetzt, Bewegung von der To-do-Liste streicht und chronischen Schlafmangel hat, der besitzt ein deutlich höheres Risiko, an Infekten zu erkranken. Ein wahrer Gamechanger ist die Ernährung. Schließlich benötigt dein Immunsystem verschiedene Nährstoffe, um Immunzellen zu bilden und zu beschäftigen.

5 Gründe für ein schwaches Immunsystem + Tipps

1. Nährstoffarme Ernährung

Dein Körper benötigt Nährstoffe, um die komplexen Vorgänge im Immunsystem anzustoßen. Viel Fast-Food, wenig Abwechslung, dazu Softdrinks – das ist der optimale Nährboden für „schlechte“ Bakterien im Darm.

Wie du bestimmt weißt, ist ein gutes Gleichgewicht in der Darmflora wichtig, um Krankheitserreger am Wachstum zu hindern. Außerdem liefern inhaltslose Nahrungsmittel deinem Körper nicht die Vitamine, Spurenelemente, Fettsäuren, Mineralstoffe und Aminosäuren, über die sich dein Immunsystem freut.

Mein Tipp:

  • Vitamin A aus Tomaten, Möhren, Spinat oder Seefisch: Vitamin A unterstützt die Haut und die Schleimhäute dabei, Krankheitserreger am Eindringen zu hindern.
  • Vitamin B aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Getreide oder Fisch: B- Vitamine sind nicht nur wichtig fürs Nervensystem, sondern begünstigen das Zellwachstum und halten die Schleimhäute fit. Extratipp: Arktis VITA B.
  • Vitamin C aus Zitrusfrüchten oder Brokkoli: Vitamin C ist ein wertvolles Antioxidans. Es schützt die Abwehrzellen deines Immunsystems vor freien Radikalen und unterstützt die Herstellung weißer Blutkörperchen. Extratipp: Arktis VITA C.
  • Vitamin D aus Fisch, Champignons oder Eiern: Das Sonnenvitamin reguliert die körpereigene Abwehr und regt die T-Zellen an. Extratipp: Arktis VITA D3 – 2000 I.E.
  • Kupfer aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten oder Nüssen: Kupfer liefert einen wichtigen Zellschutz, von dem auch die Abwehrzellen profitieren, dadurch haben sie eine längere Lebenszeit.
  • Zink aus Rindfleisch, Geflügel, Milch, Kürbiskernen oder Seefisch: Zink besitzt eine antioxidative Power und schützt somit wichtige Immunzellen. Extratipp: Arktis ZINK C

Gut zu wissen!
Selen und Eisen steuern die Abwehrzellen-Aktivität in deinem Körper. Ohne die wertvollen Nährstoffe macht das Immunsystem schnell schlapp. Gute Quellen sind Fisch, Fleisch, Eier oder Getreide. Um Nährstofflücken zu füllen, kannst du ergänzend unser Arktis Selen oder Arktis Eisen C einnehmen.

2. Stress

Während kurzzeitiger Stress das Immunsystem sogar ankurbelt, schadet chronischer Stress der ausgeklügelten Abwehr. Wie genau Stress das Immunsystem belastet erfährst du in meinem Blogbeitrag: SCHADET STRESS DEM IMMUNSYSTEM?

Mein Tipp:
Um Stress und seinen Folgen entgegenzuwirken, kannst du regelmäßige Entspannungspausen einplanen. Entspannungsübungen, die in den Bereich von Yoga oder Meditation fallen, sorgen auch in stressigen Zeiten für den nötigen Ausgleich. Wichtig ist, dass du deine Stressoren erkennst, sie behebst oder zumindest abschwächst.

3. Bewegungsmangel

Bewegungsmangel lässt unser Immunsystem regelrecht einschlafen. Warum das so ist, zeigt ein Blick in den Körper. Wenn du dich bewegst, schüttet dein Organismus Adrenalin aus. Das Hormon Adrenalin sorgt innerhalb von Sekunden dafür, dass die Immunzellen-Anzahl ansteigt. Natürliche Killerzellen, Monozyten, Granulozyten, T- und B-Lymphozyten tummeln sich nun vermehrt in deinem Blut.

Zwar sinkt die Anzahl der Immunzellen schnell wieder ab, wenn du mit dem Sport aufhörst, trotzdem ist Sport auch langfristig gut für dein Immunsystem. Experten geben an, dass Fresszellen besser fressen, Natürliche Killerzellen besser reagieren und Lymphozyten leistungsfähiger sind.

Mein Tipp:
Beim Sport ist das richtige Maß entscheidend. Wenn du ein mäßiges Ausdauertraining betreibst, kann sich das positiv auf dein Immunsystem auswirken. Trainierst du bis zur völligen Erschöpfung und über viele Stunden hinweg, kann deine Infektanfälligkeit sogar zunehmen.

4. Schlafmangel

Wenn du schläfst, ist dein Immunsystem hellwach. Das trifft vor allem auf die T-Zellen zu. Sie decken Zellen auf, die von Krankheitserregern befallen sind und aktivieren spezielle Haftproteine (Integrine), um den Übeltäter zu vernichten. In einer Studie deckten Wissenschaftler auf, dass die Anzahl der Integrine deutlich reduziert ist, wenn wir wach sind.

Das führen die Forscher darauf zurück, dass im wachen Zustand Prostaglandin, Adrenalin und andere körpereigene Stoffe die T-Zellen daran hindern, ihre Haftproteine zu mobilisieren. Schon drei Stunden Schlafentzug können die Leistungsfähigkeit des Immunsystems beeinträchtigen. [4]

Mein Tipp:
Finde für dich heraus, wie viel Schlaf du benötigst. Schlafexperten empfehlen in der Regel zwischen 7-8 Stunden täglich. Wichtig ist allerdings, dass du dich ausgeschlafen fühlst. Achte auch auf eine gute Schlafhygiene: Kein Smartphone im Bett, zwischen 16-19 Grad im Schlafzimmer und bequeme Bettutensilien.

5. Häufiger Konsum von Genussmitteln

Tabak und Alkohol setzen deinem Immunsystem zu. Alkohol lähmt die weißen Blutkörperchen geradezu. Somit können sie krankheitserregende Substanzen nicht mehr wie geplant vertilgen. Tabak kann dein Immunsystem auf mehreren Wegen schwächen.

Zunächst verändert das Rauchen deine Mikroflora im Nasenrachenraum. Hier finden sich bei Rauchern weitaus weniger günstige Bakterien, die Krankheitserreger gezielt abwehren können. Außerdem treten Teer und Nikotin beim Immunsystem ordentlich auf die Bremse. Ein häufiger Konsum kann dazu führen, dass dein Körper nicht mehr so schnell und umfangreich auf Eindringlinge reagiert.

Mein Tipp:
Du weißt bestimmt, was jetzt kommt. Während ein mäßiger Konsum von Alkohol durchaus in Ordnung ist, solltest du das Rauchen am besten ganz quittieren. Vielleicht motiviert es dich ja, dass du die ersten positiven Veränderungen bereits nach etwa 20 Minuten spürst. So lange dauert es nämlich, bis nach dem Rauchstopp der Blutdruck und die Herzrate absinken. Nach 2-3 Monaten merkst du, dass sich deine Lungenfunktion deutlich verbessert. Auch das Immunsystem profitiert nach einigen Monaten deutlich vom Absetzen der Zigaretten. [5]

Quellen

Jennifer Ann Steinort

Autorin Jennifer Ann Steinort

"It is of particular importance to me that my readers can take something away with them for their everyday lives."

I am a graduate in health care management and a full-time medical journalist. In recent years, I have specialized in the field of nutritional supplements and try to inspire readers with my style and true-to-life articles.

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